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TASPO Umfrage: Folgen der Spätfröste

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Auch, wenn es die warmen Tage der jüngsten Zeit etwas in Vergessenheit geraten ließen: Bis Ende April/Anfang Mai hinein hatte die Branche mit nächtlichen Spätfrösten zu kämpfen. Die TASPO hat deshalb bei Baumschulen, Staudengärtnereien und Handel nachgefragt, welche Folgen das für Produktion und Absatz hat. 

Erfrorener Kiwiaustrieb in Auweiler wegen Frost bis minus vier Grad, auch unter Doppelabdeckung und im Wandertunnel. Foto: Gabriele Friedrich

In den zentralen Baumschulproduktionsgebieten hat es laut Julia Peters vom Bund deutscher Baumschulen (BdB), wenn überhaupt, nur geringfügige Schäden gegeben, da dort die Witterung ohnehin sehr lange sehr kühl war, was den Austrieb verhindert hat. Allerdings hätten sich in West- und Südwestdeutschland in ungünstigen Lagen merkliche Schäden gezeigt.

Optische Qualität von Gehölzen für den Endverkauf hat teilweise gelitten

Das mag laut Peters dazu geführt haben, dass insbesondere Gehölze für den Endverkauf in ihrer optischen Qualität gelitten haben. „Auch Jungpflanzen waren offensichtlich in einigen Betrieben in Süddeutschland betroffen. Allerdings gehen wir nicht von großflächigen Marktauswirkungen aus“, so die BdB-Vertreterin.

In Norddeutschland hätten die gängigen Methoden des Frostschutzes zuverlässig angewandt werden können, in Süddeutschland waren diesen Methoden aufgrund der weit fortgeschrittenen Vegetation und der heftigen Minusgrade Grenzen gesetzt. „Wir wissen aus den südlichen Landesverbänden, dass sich dort um staatliche Kompensationsmöglichkeiten bemüht wird.“

Schäden in Staudengärtnereien halten sich in Grenzen

Laut Bettina Banse vom Bund deutscher Staudengärtner (BdS) halten sich die Schäden durch die Spätfröste in Staudengärtnereien bundesweit in Grenzen. „Einige Arten, die angeregt durch die vorzeitigen hohen Temperaturen ebenso vorzeitig austrieben, haben einen Dämpfer bekommen. Insgesamt aber haben die Staudengärtner gemäß der angekündigten Fröste ihre Kulturen rechtzeitig abgedeckt und vor größeren Schäden bewahrt“, so Banse.

Damit seine Kunden im Einzelhandel auch vor Ausfällen verschont bleiben, habe ein Staudengärtner beispielsweise per Mail über die Frostgefahr informiert und auch ihnen empfohlen, die Stauden im Freiland zu schützen.

Außergewöhnlich kalte Periode führt zu Verschiebung der Umsätze

Peter Botz vom Verband Deutscher Garten-Center (VDG) sieht vor allem durch den späten Pfingsttermin noch ausreichend Ausgleich. „Die außergewöhnlich kalte Periode von Ostern bis in den Mai hat im Einzelhandel zu einer spürbaren Verschiebung der Umsätze geführt. Der Fachhandel hat in dieser Zeit entsprechend vorsichtig eingekauft, daher konnten die Gartencenter die Situation gut meistern.“

Die Abschriften von überblühten Pflanzen waren laut Botz von der Menge her sehr überschaubar. Geplante Werbeaktionen hätten in der Regel problemlos verschoben werden können. „Gut, dass Pfingsten in diesem Jahr so spät ist und das Wetter sich inzwischen normalisiert hat, so bleibt genug Zeit, die verlorenen Umsätze aufzuholen“, so der VDG-Vertreter.

Extreme Frostschäden im Obst- und Weinbau

Andere traf es stärker: Die Frostnächte im April haben im Obst- und Weinbau bundesweit zu extremen Schäden bis hin zu Totalausfällen geführt, meldet der Bundesausschuss Obst und Gemüse. Besonders die frühen Sorten und die Junganlagen seien betroffen – am heftigsten der Weinbau, gefolgt vom Stein- und Beerenobst, Kirschen, Pflaumen, Pfirsich, Aprikosen, Erdbeeren und Johannisbeeren sowie Stachelbeeren. Hier werde es zu deutlichen Ernteausfällen kommen.

Der Gemüsebau sei glimpflicher davongekommen, aber Wachstumsverzögerungen wie bei Spargel führten auch hier zu Verlusten neben direkten Frostschäden beispielsweise an Salat.

Mehr zum Thema Frostschutzberegnung finden Sie in unserem Extra Weihnachtsbaum in der aktuellen TASPO 21/2017, die heute erschienen ist.