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Thüringen und der Spargel

1992 tauchte der Begriff Spargel in der Thüringer Gemüsestatistik überhaupt noch nicht auf, 1996 wurden 99 Hektar genannt, jetzt sind es 340 Hektar. Zur Eröffnung der Spargelsaison in Kutzleben war auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus vor Ort. Weniger Freude macht den Spargelbauern der Trend bei den Arbeitskräften. In Kutzleben fand sich kein Einheimischer für die Erntearbeiten. Das machen die anderen, sagte Geschäftsführer Hans-Heinrich Imholze und meinte damit die Polen und Rumänen. Wie es mit den polnischen Arbeitskräften weitergehe, sei völlig offen. Viele fänden jetzt Arbeit im eigenen Land oder gingen in andere EU-Staaten. Agrarstaatssekretär Stefan Baldus möchte zumindest die Aufenthaltsdauer der Saisonarbeiter, die ja nicht nur im Spargel tätig sind, sondern auch in anderen Sonderkulturen, von sechs auf neun Monate verlängert sehen, also Freizügigkeit vor 2011. Beim Bundeslandwirtschaftsminister sehe er in dieser Sache Entgegenkommen, beim Arbeitsminister aber nicht. Mit Bulgarien bestehe ja inzwischen ein Abkommen, hemmend wirke sich da noch die weite Entfernung aus und das Angebot an Interessenten. In Moldawien und der Ukraine gebe es eine große Nachfrage nach Saisonarbeitsplätzen in Deutschland.