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Tipps vom Gartencenter: Was tun gegen Hitzestress?

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Die momentane Hitzewelle setzt nicht nur den Menschen zu, auch die meisten Pflanzen in den Gärten und auf den Balkonen stehen unter Dauerstress. Für Gärtnereien und Gartencenter bietet sich jetzt die Möglichkeit, sich mit praktischen Tipps und umsetzbaren Lösungsvorschlägen bei den Kunden als kompetenter Ansprechpartner ins Blickfeld zu rücken.

Beet mit Trockenkünstlern: Prachtkerze, Königskerze und Mädchenhaargras. Foto: Katharina Adams

Gartencenter und Gärtnereien wissen Rat

Regional haben Gartencenter und Gärtnereien das Beste aus der regenfreien Zeit gemacht. Stammkunden wurde via WhatsApp oder Mail erläutert, wie sie wassersparend per Gießanlage und Tropfbewässerung ihre Pflanzen versorgen können und dass die entsprechenden Systeme im Laden vorrätig sind.

Wer aktiv Marketing betrieb, konnte aus der Not eine Tugend machen und sich in der größten Hitzeperiode als Fachgeschäft mit Lösungskompetenz für Pflege und Auswahl der Pflanzen ins Gespräch bringen.

Kunden ziehen naturnahe Pflanzen vor

„Unsere Regenwassertanks sind schon lange leer. Mit Trinkwasser bewässert werden bei uns daher nur die Gemüsebeete, sparsam mit Tropfbewässerung. Da wir Hobbyimker sind, haben wir viele bienenfreundliche Stauden und Einjährige: unter anderem Skabiosen, Kornblumen, Malven, Sonnenblumen, Kugeldisteln, Montbretien, Natternkopf, Cosmea, Phacelia. Sie bekommen kaum oder gar kein Gießwasser und kommen sehr gut mit der Trockenheit klar“, beschreibt Konny Scholz, Hobbyimkerin und -gärtnerin, ihre Reaktion auf die Hitzewelle in ihrem Garten.

„Und wir haben gerade den Eindruck, dass sich alle verbliebenen Insekten Deutschlands in unserem Insektenparadies einfinden. Selbst die Dahlien kommen mit sehr wenig Wasser zurecht, allerdings haben wir einen schweren Lehmboden, der die Feuchtigkeit hält – gut möglich, dass wir nach den Erfahrungen in Zukunft noch mehr auf die Naturnahen setzen und die eine oder andere mediterrane oder exotische Kübelpflanze abschaffen, weil die einfach zu viel Wasser benötigen und zum Teil täglich zweimal mit Schlauch und Kanne versorgt werden müssen“, so Scholz.

Wechsel im Sortiment für Beet und Balkon

Nicht alle Beet- und Balkonblumen leiden gleichermaßen unter dem aktuellen Wetter. Ralf Sauter vom Gartencenter Sauter in Lahr registriert eine stärkere Nachfrage nach mediterranen Pflanzen und Kräutern. „Lavendel verkauft sich zum Beispiel in dieser Saison sehr gut“, erklärt er. Für den Friedhof sind vermehrt neue Gattungen wie Mandevillen gefragt.

Was im Zimmerpflanzenbereich schon länger ein Hit ist, nämlich die Sukkulenten, wird auch für den Außenbereich immer interessanter. „Wenn die Kunden jetzt noch etwas nachpflanzen, verwenden sie gerne Sedum und Sempervivum, sowohl zuhause als auch auf dem Friedhof. Wir halten ein entsprechendes Sortiment vor und zeigen Bepflanzungsbeispiele“, erklärt Sauter.

Diese Stauden trotzen Trockenheit und Hitze

Bei den Stauden kommen einige Arten vergleichsweise gut mit Hitze und Trockenheit zurecht. Während der beliebte Phlox sehr schnell Trockenschäden zeigt, wenn er nicht regelmäßig gewässert wird, lieben es andere Stauden sogar heiß und trocken. Dazu gehören beispielsweise die verschiedenen Edeldisteln, von der Spanischen Edeldistel (Eryngium bourgatii) über Elfenbeindistel (Eryngium gigenteum), Alpen-Edeldistel (Eryngium alpinum) bis hin zu Egyngium x zabelii mit auffälligen silbrigen Hochblättern.

Zu den Staudenschätzen, die sich bei Trockenheit so richtig wohl fühlen, gehören die duftenden Polsternelken (Dianthus gratianopolitanus), die es in zahlreichen Rot- und Rosatönen gibt, außerdem der Staudenlein (Linum perenne und Linum flavum) und die beliebte Prachtkerze (Gaura lindheimeri), das meist als einjährige Zierpflanze angeboten wird, an trockenen Standorten aber eine zuverlässige Staude ist.

Tipps vom Gartencenter für das richtige Gießen 

Beim Thema Gießen gibt es noch viel Beratungsbedarf. Wenig bekannt ist zum Beispiel, dass bei häufigem Gießen der Kübel auch mehr gedüngt werden muss, weil der Dünger in den unteren Bereich des Gefäßes gespült wird. Auch dass nur morgens und abends gegossen werden sollte, kann nicht oft genug wiederholt werden.

Ebenso wie der Tipp, dass man langsam und „an den Fuß“ gießen sollte, damit die Erde das Wasser gut aufnehmen kann. Lieber sollte man einen zweiten Durchgang gießen. Ein kräftiger Wasserschwall hingegen landet zum größten Teil im Untersetzer oder auf dem Boden.

Mehr Beispiele zu trockenheitsverträglichen Pflanzen lesen Sie im nächsten TASPO GartenMarkt.