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TNT: Sprengstoff als Basis für Herbizide?

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Trinitrotoluol (TNT) könnte der Schlüssel für eine neue Klasse von Herbiziden sein. Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of York. Ausgangspunkt ist ein jetzt entdeckter Stoffwechselmechanismus, der dafür sorgt, dass Pflanzen den hochgiftigen Sprengstoff besser tolerieren oder sogar abbauen können.

Die Ackerschmalwand wird gern als Modellorganismus der genetischen Forschung verwendet. Foto: lenswideopen/Fotolia

Wie unter anderem die Welt berichtet, wachsen Pflanzen auf TNT-verseuchten Flächen normalerweise nur schlecht. Eine Ausnahme bildet offenbar die Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), wie die britischen Forscher herausfanden. So keimten die Pflanzen nicht nur in Böden mit unterschiedlich hohem Gehalt von TNT – bei einer der untersuchten Linien führte der Sprengstoff sogar zu schnellerem Wachstum der Wurzeln und Keimlinge.

Enzym zerstört durch TNT-Aufnahme Pflanzenzellen

Als Ursache identifizierten die Wissenschaftler dem Bericht der Welt zufolge eine Veränderung des Gens für die sogenannte Monodehydroascorbat-Reduktase 6 (MDHAR6). Während dieses Enzym bei der untersuchten Linie der Ackerschmalwand keine Wirkung zeigte, führt es sonst in Pflanzen dazu, dass durch die Aufnahme von TNT aus dem Boden hochreaktive Superoxide entstehen, die die Pflanzenzellen zerstören.

Wie die Welt weiter schreibt, könnte der MDHAR6-Mechanismus somit unter anderem zur Herstellung einer neuen Klasse von Herbiziden dienen. Ähnlich wie TNT könnten diese zur Freisetzung schädlicher Sauerstoffradikale in Unkräutern führen, ohne für andere Organismen giftig oder krebserregend zu sein.