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Tomaten: Fortschritte im Kampf gegen ToBRFV-Virus

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Um Produzenten bei der Bewältigung ihrer Probleme mit dem Tomato Brown Rugose Fruit Virus (ToBRFV) zu unterstützen, arbeiten Züchtungsunternehmen international an der Entwicklung neuer, gegen das Jordan-Virus resistente Tomatensorten. Fortschritte im Kampf gegen den Schaderreger können unter anderem TomaTech, Enza Zaden und Bayer Crop Science vermelden.

Bayer Crop Science will neue Tomatensorten mit mehr Schutz vor dem Jordan-Virus auf den Markt bringen. Foto: Bayer

Bayer: Tomaten mit mittlerer Resistenz gegen das Jordan-Virus

Das in Monheim ansässige Unternehmen hat nach eigenen Angaben neue Tomatensorten – darunter Cocktail-, Fleisch- sowie Roma-Tomaten – gezüchtet, die eine starke „Intermediate-Resistenz“ gegen die ToBRFV-Symptome auf Blättern und Früchten gewährleisten sollen. Zusätzlich zu den aktuellen kommerziellen Angeboten für Intermediate-Resistenz hat Bayer demnach in seiner vorkommerziellen Pipeline Resistenzkombinationen identifiziert, die das Potenzial haben, die Produktion von Pflanzen und Früchten zu ermöglichen, die auch unter extremer Jordan-Virus-Belastung keine sichtbaren Symptome zeigen. Die vorkommerziellen Versuche mit diesen Pflanzensorten haben begonnen und der Konzern hofft, diese Tomatensorten in den nächsten zwei bis drei Jahren kommerziell verfügbar machen zu können.

„Die Stärke und Organisation unserer globalen Zuchtpipelines und unsere Keimplasma-Bibliothek, unterstützt von unseren Marker-Technologie-Plattformen und Pathologie-Programmen, ermöglichen schnelle Züchtungszyklen – was bedeutet, dass diese Kombination von Resistenzen bereits in unseren Elterngenerations-Zuchtlinien auf der ganzen Welt enthalten ist“, so J. D. Rossouw, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung für Gemüsesaatgut von Bayer Crop Science. „Im Rahmen unseres Engagements für die Weiterentwicklung einer dauerhaften Resistenzstrategie gegen ToBRFV kombiniert Bayer Resistenzanlagen, um einen stärkeren Schutz für die Erzeuger zu schaffen, und bezieht neuartige Quellen für hohe Resistenz von Wildtomatenarten ein. Unsere globalen Tomaten-Entwicklungspipelines werden den Virenschutz für die Erzeuger weiter ausbauen.“ Das ToBRFV-Resistenzprogramm ist Bayer zufolge Teil des Engagements für „health for all, hunger for none“ und ergänzt das Shield-Programm des Unternehmens, einen umfassenden Ansatz, um Landwirte auf der ganzen Welt in jeder Anbausaison mit sauberem Saatgut zu versorgen.

ToBRFV-resistente Tomaten: TomaTech knackt Code

Einen wichtigen Fortschritt im Kampf gegen das Tomato Brown Rugose Fruit Virus hat unlängst auch TomaTech bekanntgegeben. Das israelische Unternehmen konzentriert sich nach eigenen Angaben ausschließlich auf die Entwicklung von innovativen, qualitativ hochwertigen Hybridtomaten und nutzt moderne Molekular-Marker-Technologie in Kombination mit klassischen Züchtungstechniken. Unter der Leitung von Assaf Eybishitz hat das Unternehmen den Kampf gegen diese „Pandemie der Tomatenwelt“ durch die Anmeldung eines vorläufigen Patents zur Identifizierung der DNA-Marker, die mit den resistenten Merkmalen korrelieren, vorangetrieben, was die Züchtung und Kommerzialisierung von hochresistenten, gentechnikfreien Tomatensorten beschleunigen soll. „Nach Jahren intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist es TomaTech gelungen, DNA-Marker zu identifizieren, die eine Resistenz gegen BRFV hervorrufen“, erklärt Ofer Ben Zvi, CEO von TomaTech. „Diese Entdeckung wird es uns ermöglichen, schnell ein komplettes Portfolio resistenter Tomatensorten für die weltweite Einführung zu entwickeln.“

Enza Zaden: Tomatensorten mit hohem Resistenz-Niveau

Nachdem Enza Zaden Ende 2020 die Entdeckung des Resistenzgens gegen ToBRFV bekanntgegeben hat, führt das Unternehmen parallel in verschiedenen Ländern Versuche mit Sorten durch, die sich durch eine hohe Resistenz gegen das Jordan-Virus auszeichnen. „Wir sehen überhaupt keine Symptome an den Pflanzen, obwohl der Befallsdruck sehr hoch ist“, berichtet Oscar Lara, Senior-Produktspezialist Tomaten (siehe Foto), über die ersten Anbauversuche in Mexiko. „Man kann deutlich sehen, wie gut unsere hochresistenten (HR) Sorten ToBRFV standhalten.“ Kees Könst, Leiter des Bereiches Crop Research, betont: „Wir wissen, dass für unsere Kunden viel auf dem Spiel steht, daher arbeiten wir weiter intensiv daran, dem Markt die HR-Sorten zur Verfügung zu stellen. Wir gehen davon aus, dass wir dieses Ziel in den nächsten Jahren erreichen werden. Denn: Der Anbau einer Sorte mit hoher Resistenz kann den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust der Ernte machen.“

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