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Top 10-Listen 2012 & 2013: Rosen, Topf-Orchideen und Geranien weiter an der Spitze

Nachdem sich das Wachstum des Marktes für Blumen und Zierpflanzen in Deutschland in den vergangenen beiden Jahren witterungsbedingt nicht fortsetzte, schätzt die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) das Marktvolumen für 2013 auf knapp 8,4 Milliarden Euro (zu Einzelhandelspreisen). Damit schrumpfte der Markt im Vergleich zu 2012 um mehr als drei Prozent. 

Die Top 10-Liste der Schnittblumen in Deutschland 2013. Quelle: AMI Berechnungen, Stand April 2014

Hierfür zeigte sich zum einen die Witterung im Frühjahr 2013 verantwortlich, die sich ungewöhnlich lange kalt, nass und dunkel präsentierte. Zum anderen waren die für Stauden und andere Freilandpflanzen wichtigen Absatzmonate Juni bis August ungewöhnlich heiß, hell und trocken. Zusammengenommen führten diese Wetterkapriolen zu Kaufzurückhaltung im privaten und zu Auftragsausfällen oder -verzögerungen im nicht privaten Bereich.

Vor allem die Berichterstattung in den Verbrauchermedien und die erheblichen Preisnachlässe im Frühjahr 2013 verunsicherten die Kunden teilweise so stark, dass die Saison für Frühjahrsblüher fast vollständig ausfiel. Der Markt erholte sich zwar vor allem im letzten Quartal, konnte aber die bis dahin erlittenen Verluste nicht kompensieren. Die Pro-Kopf-Ausgaben sanken im Jahr 2013 auf rund 104 Euro, was einem Rückgang von knapp zwei Euro im Vergleich zu 2012 und von mehr als einem Euro im Vergleich zu 2011 entspricht. Es fand kaum Kompensation zwischen Gartenpflanzen und denen für den Wohnbereich statt.

Der Verbraucher kaufte in den Monaten mit ungewöhnlicher Witterung nicht nur kaum Freilandpflanzen ein, er hielt sich auch beim Kauf von Schnittblumen und Zimmerpflanzen zurück. Das Segment der Schnittblumen verlor verglichen mit dem Jahr 2012 rund zwei Prozentpunkte, während das der blühenden Zimmerpflanzen mit einem Minus von mehr als drei Prozentpunkten noch deutlicher reagierte. Die vor allem witterungsbedingten Verschiebungen im Markt für Blumen und Zierpflanzen zeigen sich ebenfalls an der Reihenfolge der großen Kulturen in den jeweiligen Top-Listen.

Schnittblumen: Vor allem die Frühjahrskulturen betroffen
Der Markt für Schnittblumen erreichte in Deutschland das Marktvolumen von drei Milliarden Euro nur noch knapp. Das entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 37 Euro (Einzelhandelsebene), wobei sich die witterungsbedingten Marktverschiebungen vor allem bei Kulturen zeigen, die saisonal im Fokus stehen.

Vor allem die Tulpe, die zwar sowohl im Jahr 2012 als auch im Jahr 2013 den dritten Platz der Top 10 erreicht, hatte mit den widrigen Frühjahrsbedingungen zu kämpfen. Im privaten Bereich wurden zwar lediglich rund ein Prozent weniger Tulpen als Monosträuße eingekauft, das geringe Preisniveau von durchschnittlich 2,40 Euro pro Strauß führte jedoch zu einer Abnahme des Marktvolumens von Tulpen. Während der Anteil an den Ausgaben im Jahr 2012 bei zehn Prozent lag, schrumpfte er im Jahr 2013 auf etwas mehr als neun Prozent. Damit triumphieren die Chrysanthemen zum vierten Mal in Folge über die Tulpen und sichern sich (trotz geringen Anteilsverlusten) abermals den zweiten Platz.

Die ganzjährig zur Verfügung stehende Rose konnte den Spitzenplatz im Jahr 2013 nicht nur behaupten, der Anteil an den Gesamtausgaben stieg sogar auf mehr als 40 Prozent. Hierbei dürfte das auf 3,96 Euro gesunkene Preisniveau im Jahr 2013 auf Verbraucherebene ebenso beigetragen haben wie die zunehmende Verfügbarkeit ansprechender Qualitäten im branchenfremden Handel (Baumärkte, Lebensmitteleinzelhandel, Discounter).

Im Gegensatz zum Kauf von Schnittblumen im klassischen Fachhandel (Blumenfachgeschäfte, Gärtnereien, Gartencenter, Wochenmärkte), die geplant erfolgen, profitieren vor allem die bekannten Kulturen als Monosträuße von Spontankäufen in den Einkaufsstätten des branchenfremden Handels.

Erwartungsgemäß ist das Niveau der Kulturen ab dem 4. Platz deutlich geringer. Gerbera sichern sich sowohl im Jahr 2012 als auch im Jahr 2013 den 4. Platz mit einem Anteil von mehr als vier Prozent. Im Jahr 2013 zahlten die Verbraucher durchschnittlich 3,38 Euro für einen Gerbera-Monostrauß, knapp sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Auf dem 5. Platz etabliert sich zum 3. Mal in Folge die Sonnenblume mit einem Anteil von knapp vier Prozent. Die unteren Ränge präsentieren sich hingegen ziemlich konstant, wenn man davon absieht, dass Schnitt-Orchideen im Jahr 2013 vor den Freesien platziert sind. Die Pfingstrose, die im Jahr 2011 erstmals den Sprung in die Top 10 schaffte, setzt sich auf Platz 10 fest und verhindert somit den Einzug von Klassikern wie Nelke, Ranunkel und Narzisse.

Blühende Zimmerpflanzen: Anteil der Orchideen steigt wieder
Das Marktsegment der blühenden Zimmerpflanzen schrumpfte im Jahr 2013 abermals. Aktuell schätzt die AMI das Volumen für das Jahr 2013 auf 1,22 Milliarden Euro. Vor allem der Mengenabsatz präsentierte sich in den vergangenen Jahren problematisch, während die Preise auf Verbraucherebene durchschnittlich stabil blieben. Seit 2012 zahlen die Verbraucher für eine blühende Zimmerpflanze durchschnittlich 3,69 Euro.

Nachdem der Wendepunkt der Marktentwicklung bei Orchideen im Jahr 2010 erreicht schien, scheint sich die Entwicklung doch weiter fortzusetzten. Sowohl im Jahr 2012 als auch 2013 konnten die Orchideen nicht nur den ersten Platz der Top 10 behaupten, sondern ihren Anteil an den Ausgaben auch auf mehr als 35 Prozent steigern. Zwar war eine Orchidee mit 8,59 Euro im Jahr 2013 auf Verbraucherebene etwas günstiger als im Vorjahr, den Mengenabsatz dürften aber nicht nur die erhöhte Verfügbarkeit in allen Einkaufsstätten, sondern auch die Sortimentsausweitungen beflügelt haben.

Während der Weihnachtsstern im Jahr 2012 mit dem strengen Winter zu kämpfen hatte, konnte er seinen 2. Platz im Jahr 2013 nicht nur behaupten, sondern seinen Anteil an den Ausgaben auf mehr als neun Prozent steigern. Diese Bewegung ist vor allem preisgetrieben, denn die Verbraucher zahlten im Jahr 2013 mit 2,83 Euro durchschnittlich fünf Cent mehr pro Pflanze als 2012 und sogar acht Cent mehr als 2011.

Im Gegensatz zu den Schnittkulturen liegen die Plätze 2 bis 10 bei den blühenden Zimmerpflanzen näher zusammen. Die Klassiker besetzen nach wie vor die Plätze 3 bis 5, wobei alle 3 Kulturen den Ausgabenanteil im Jahr 2013 steigern konnten. Die Topf-Rosen belegen mit genau acht Prozent den 3. Platz, die Alpenveilchen mit knapp acht Prozent den 4. und Kalanchoe mit knapp sieben Prozent den 5. Platz. Während die Verbraucher im Jahr 2013 für Rosen und Kalanchoe durchschnittlich weniger zahlten, mussten sie für Alpenveilchen ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Das geringste Preisniveau hatten mit 2,21 Euro Kalanchoe, gefolgt von Alpenveilchen mit 2,65 Euro und Topf-Rosen mit 3,19 Euro. Bei den gestiegenen Durchschnittspreisen für Alpenveilchen dürfte die Sortimentserweiterung um Sorten mit interessanten Blütenfärbungen oder -formen eine Rolle spielen. Außerdem wird vermutet, dass diese neuen Sorten das Image der Pflanzen verbessern könnten.

Überraschenderweise zeigt sich sowohl im Jahr 2012 als auch im Jahr 2013 ein Neuling auf Platz 10. Im Jahr 2012 schafften es die Narzissen mit einem Ausgabenanteil von mehr als drei Prozent auf Platz 10 und verdrängten so die Elatior-Begonien. Im Jahr 2013 lagen die Ausgaben für Zimmerprimeln ebenfalls bei mehr als drei Prozent. Da die Narzissen im vergangenen Jahr geringe Verluste hinnehmen mussten, erreichten so die Zimmerprimeln den zehnten Platz.

Beet- & Balkonpflanzen: Verschiebungen im mittleren Bereich
Das Marktsegment der Beet- & Balkonpflanzen verlor in den vergangenen zwei Jahren an Volumen. Aktuell schätzt die AMI das Marktvolumen für Beet- & Balkonpflanzen auf 1,87 Milliarden Euro. Vor allem im Jahr 2013 wirkte sich die fast vollständig ausgefallene Saison für Frühjahrsblüher negativ auf den Beet- & Balkonbereich aus. Die Pro-Kopf-Ausgaben sanken bis 2013 auf etwas mehr als 23 Euro. Die Käuferreichweite, die den prozentualen Anteil aller Haushalte angibt, die das Produkt, in diesem Fall Beet- & Balkonpflanzen, mindestens einmal im Jahr gekauft haben, sank im Jahr 2013 um einen Prozentpunkt auf knapp 39 Prozent.

Durch den schnellen Saisonwechsel im Beet- & Balkonbereich erreichen die Hauptkulturen einen weniger großen Anteil an den Gesamtausgaben als bei den anderen Top 10. Geranien sind seit Jahren unangefochten auf Platz 1 und konnten ihren Anteil im Jahr 2013 auf mehr als zwölf Prozent steigern. Die Verbraucher zahlten im vergangenen Jahr mit 1,58 Euro deutlich mehr für eine Geranie als im Jahr 2012. Obwohl durch die schwierige Situation im Frühjahr 2013 teilweise deutliche Preisnachlässe gegeben wurden, konnte in dieser Zeit nur wenig Menge abgesetzt werden, was sich natürlich auf das Niveau des Durchschnittspreises auswirkte.

Den zweiten Platz verteidigte die Sommerheide erfolgreich und erreichte im Jahr 2013 einen Ausgabenanteil von knapp zehn Prozent. Die Stiefmütterchen (inkl. Hornveilchen) verloren im Jahr 2013 vor allem witterungsbedingt fast einen Prozentpunkt und erreichen die Sechs-Prozent-Marke nur knapp. Dass dieses Ergebnis überhaupt erreicht werden konnte, verdanken die Stiefmütterchen der guten Herbstsaison, die das teilweise beträchtliche Minus aus der Frühjahrssaison kompensierte.

Von 2012 auf 2013 tauschten Chrysanthemen und Petunien die Plätze. Während im Jahr 2012 die Chrysanthemen mit einem Anteil von mehr als fünf Prozent den 4. Platz erreichten, wurden sie im Jahr 2013 von Petunien (inkl. Calibrachoa) überholt. Die Petunien dürften von der schlecht verlaufenen Frühjahrssaison 2013 profitiert haben, da die Saison etwas später beginnt als die der Frühjahrsblüher und die Balkone in vielen Fällen noch bepflanzt werden mussten.

Weil die Positionen der Top 10 im Beet- & Balkonbereich nicht so stark abgegrenzt sind wie in den anderen Top-Listen, sind hier häufiger Bewegungen festzustellen. Beispielsweise gewannen die Beetbegonien von 2012 auf 2013 keine Ausgabenanteile, kletterten aber trotzdem vom siebten Platz auf den sechsten. Bei den Rosen hingegen zeigt der Verlust von Platz 6 im Jahr 2012 auf Platz 8 im Jahr 2013 einen Rückgang der Ausgabenanteile von knapp einem Prozentpunkt an. (ami/zvg)

Die Top-10-Grafiken zum Download finden Sie hier.