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Torfabbau und Moorschutz: ZVG fordert Vorranggebiete

Angesichts der aktuellen Diskussion zu Torfabbau und Moorschutz, dem Aktionsprogramm Klimaschutz der Bundesregierung und der Novellierung des Landesraumordnungsprogramms in Niedersachsen stellt der Zentralverband Gartenbau (ZVG) im Rahmen eines Positionspapieres „Torfabbau und Schutz der Moorböden“ deutliche Forderungen. 

Torfabbau. Foto: wiltzscher/Fotolia.com

Die Forderungen des ZVG lauten:

  • „keine pauschale prozentuale Festlegung von Wiedervernässungsflächen je Bundesland,
  • eine einvernehmliche Festlegung seitens der Politik mit der Landwirtschaft einschließlich Gartenbau über die Gebiets-/Flächenziele und -nutzung,
  • Erhalt der Böden als Produktionsstandort für den Gartenbau,
  • die Sicherung der Torfgewinnung verbunden mit nachfolgender Wiedervernässung und
  • die Sicherung der gartenbaulichen Produktion durch Sicherung der Rohstoffe für qualitativ hochwertige Substrate.“

Der ZVG führt unter anderem aus: „Für Moorböden zur gartenbaulichen Nutzung werden keine intakten Moore zerstört. Es sind Flächen, die landwirtschaftliche Vornutzung aufweisen. Für die Betriebsentwicklung und als Tauschflächen (Bodenmüdigkeit) müssen diese Flächen für eine zukunftsfähige Baumschulproduktion (Beispiel Ammerland) weiter zur Verfügung stehen. Großflächige Wiedervernässung erhöht den Druck auf Flächen, die für die gartenbauliche Produktion wichtig sind. (…)

Gartenbau kann auf Torf nicht verzichten
Der Gartenbau kann auf Torf nicht verzichten. Derzeit sind trotz intensiver Forschungsbemühungen für eine Vielzahl von Anwendungen keine anderen Substratausgangsstoffe als grundsätzliche Alternative bekannt. Für die Anwendungsbereiche, in denen auf einen Einsatz von Torf teilweise verzichtet werden kann, mangelt es an ausreichenden Stoffmengen in der erforderlichen gleichbleibenden Qualität.

Vorranggebiete sind für die Rohstoffsicherung für die Torfindustrie und damit den Erwerbsgartenbau im Landesraumordnungsprogramm auszuweisen. Nur so besteht die Chance, eine verantwortungsbewusste Torfgewinnung mit anschließender Wiedervernässung zu betreiben.

Rohstoff von bundesweiter Bedeutung
Die Frage der Versorgungssicherheit des Erwerbsgartenbaus betrifft keinen regionalen Markt, es handelt sich um Entscheidungen über einen Rohstoff von bundesweiter Bedeutung. Wiedervernässung ohne vorherigen verantwortungsvollen Torfabbau entzieht dem Gartenbau einen wichtigen Rohstoff als Produktionsgrundlage! (…)

Das Ausmaß der Wiedervernässung muss zwingend die standortbezogene gartenbauliche Produktion berücksichtigen und darf sie nicht gefährden (beispielsweise Baumschulproduktion).

Nach Angaben des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sind auf die Torfindustrie 14 Prozent der Emissionen aus der Moornutzung zurückzuführen, während auf die Landwirtschaft auf Moorböden 79 Prozent entfallen und fünf Prozent der Emissionen aus nicht genutzten Moorflächen stammen, wie beispielsweise den teilweise schlecht entwickelten und gepflegten Naturschutzgebieten. Das Ende des Torfabbaus in Niedersachsen wird zu verstärkten Importen führen und damit das Klima belasten.“ (kla)