Alle News

Torfreduktion: „Branche arbeitet intensiv mit“

, erstellt von

Bei der Agrarministerkonferenz in der vergangenen Woche sprachen sich die Minister:innen der Länder dafür aus, den Einsatz von Torf als Kultursubstrat und Bodenverbesserer soweit wie möglich mit klimafreundlichen Alternativen zu ersetzten. Der Zentralverband Gartenbau begrüßte den Beschluss, betonte aber auch die Notwendigkeit der Forschung auf diesem Gebiet.

Der ZVG begrüßt den Beschluss der Agrarministerkonferenz zum Torfersatz, betont aber gleichzeitig die Notwendigkeit der Forschung. Foto: Green Solutions

Torfreduktion ist wichtige Stellschraube

Dass Torf als Ausgangsstoff für Substrate und als Bodenverbesserer reduziert werden soll, bis hin zum kompletten Verzicht auf den Rohstoff steht fest. Auch bei der Agrarministerkonferenz in der vergangenen Woche wurde das Thema diskutiert. Tenor war auch hier, dass man den Einsatz von Torf als Kultursubstrat und Bodenverbesserer soweit wie möglich verringern und dort wo ein Ersatz durch klimafreundliche Alternativen möglich ist, ganz auf den Einsatz von Torf verzichten wolle. Laut einer Verbandsmeldung gehe dieser Beschluss in den Augen des ZVG in die richtige Richtung. Angesichts von Klimaschutz und CO2-Reduktion ist der Verringerung des Torfeinsatzes eine wichtige Stellschraube, die sich auch der ZVG selbst zum Ziel gesetzt habe, heißt es weiter.

Es bedarf noch mehr Forschung

„Wie praktikabel und erfolgreich die Torfreduktion sein kann, hängt allerdings davon ab, ob alternative Ausgangsstoffe in ausreichender Qualität und Menge zur Verfügung stehen“, wird Dr. Hans Joachim Brinkjans, stellvertretender ZVG-Generalsekretär, in der ZVG-Meldung zitiert. Es müsse weiterhin auf dem Gebiet geforscht werden und Wechselwirkungen der Torfalternativen mit den Pflanzen, zum Beispiel bei der Nährstoffaufnahme oder dem Wassermanagement ergründet werden. Zudem sei es erforderlich, Konkurrenznutzungen wie beispielsweise bei Holz zu berücksichtigen. „Daran arbeitet die Branche intensiv mit“, so Brinkjans weiter. In diesem Zusammenhang verweist der stellvertretende ZVG-Generalsekretär auf aktuelle Forschungsaktivitäten. Es gebe mit dem Modell- und Demonstrationsvorhabens TerZ zum Torfersatz im Zierpflanzenbau ein Projekt, welches in fünf Modellregionen die Praxistauglichkeit von stark torfreduzierten Substraten untersucht (TASPO Online berichtete). Es wird zudem noch betont, dass sich nicht nur die Zierpflanzenproduzenten stark engagieren, sondern auch die Jungpflanzenproduzenten eine Torfreduktion anstreben.

„Vollständiger Ersatz nur schwer möglich“

Bereits im Jahr 2030 will der gärtnerische Fachhandel den Torfanteil um mindestens 70 Prozent reduzieren. Bei der gärtnerischen Produktion von Zierpflanzen, Stauden und Gehölzen werde eine Reduktion um mindestens 30 Prozent Torfanteil in Kultursubstraten angestrebt. „Allerdings wird ein vollständiger Ersatz aller Voraussicht nach nicht oder nur schwer möglich sein“, macht Brinkjans deutlich. Zudem sei es von großer Wichtigkeit, dass nationale Vorschriften nicht dazu führen dürfen, dass die Produktion abwandert, weil die Qualitätskriterien von Handel und Konsumenten mit deutscher Ware nicht mehr erfüllt werden können.

„Europäische Harmonisierung vorantreiben"

„Bei der Torfreduktion sind alle in der Wertschöpfungs- und Lieferkette gefordert und damit auch die Käufer und Privatkunden. In der Öffentlichkeitsarbeit gilt es daher, den Verbraucher mitzunehmen und für die notwendigen Anpassungen in der Pflege der Kulturen im Hinblick auf Bewässerung und Düngung zu sensibilisieren. Hier wird der ZVG den gärtnerischen Fachhandel künftig noch intensiver unterstützen.
Es gilt aber auch den Blick nach Europa zu wenden. Torfersatz erhöht die Produktionskosten und der Markt regiert äußerst sensibel auf Preisänderungen. Auch bei Torfersatz muss ein Carbon Leakage Effekt (Produktionsverlagerung) vermieden werden. Deshalb muss für die Torfverwendung in Substraten dringend eine europäische Harmonisierung vorangetrieben werden. Der ZVG wird den Prozess in Deutschland weiterhin aktiv unterstützen und sich gleichzeitig für einen europäischen Ansatz im Bundeslandwirtschaftsministerium einsetzen", erklärte Brinkjans weiter gegenüber der TASPO auf Nachfrage.

 

Cookie-Popup anzeigen