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Torfreduzierte Substrate: Praxisbetriebe gesucht

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Das BMEL sucht ein Projektkonsortium, das ein Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Thema Torfersatz federführend betreut. Das Ziel: aufzeigen, dass im Zierpflanzenbau auch mit torfreduzierten Substraten qualitativ hochwertige Pflanzen produziert werden können.

Torfreduziertes Substrat mit Ton- und Holzfaser-Anteil. Foto: Heike Hoppe

Betriebe bei Substrat-Umstellung begleiten

Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) reicht der Wissenstransfer der Forschungsergebnisse in Richtung Praxis nicht aus, um Betriebsleiter des Zierpflanzenbaus großflächig von einer Umstellung auf torfreduzierte Substrate zu überzeugen. Deshalb fördert das BMEL das Modell- und Demonstrationsvorhaben zum „Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau“. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Auftrag des BMEL.

In dem Modell- und Demonstrationsvorhaben sollen in drei bis fünf für den deutschen Zierpflanzenbau repräsentativen Modellregionen Praxisbetriebe durch regionale Experten bei der Substrat-Umstellung begleitet werden. Zusätzlich sollen die umgesetzten Maßnahmen ökonomisch bewertet werden, um so den Betriebsleitern eine Entscheidungshilfe zu bieten.

Großflächigen Einsatz torfreduzierter Substrate forcieren

Torf stellt noch immer die hauptsächlich verwendete Substratkomponente im Erwerbsgartenbau dar, weil die Betriebe durch den Einsatz torfreduzierter Substrate vor allem höhere Produktionskosten erwarten, die sich aus höheren Substratkosten sowie einem abweichenden Bedarf an Bewässerung, Düngung und Pflanzenschutz ergeben.

Weiterhin gehen die Praxisbetriebe von einem höheren Kulturrisiko aus. Den großflächigen Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau zu forcieren und regionale Lösungskonzepte aufzuzeigen – dies sei das Ziel des Modell- und Demonstrationsvorhabens.

BMEL-Richtlinie definiert Institutionen und Teilnehmer

Die einzelnen Institutionen und Teilnehmer des Modellvorhabens definiert die vom BMEL im Juli veröffentliche „Richtlinie zur Förderung eines Modell- und Demonstrationsvorhaben ‚Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau‘“. Gesucht werden demnach Modellregionen und ein Projektkonsortium.

Die Modellregionen müssen über eine ausreichende Anzahl an konventionell oder überwiegend konventionell wirtschaftenden Zierpflanzen-Produktionsbetrieben (potenzielle Demonstrationsbetriebe) verfügen. Es sei nicht vorgesehen, das Vorhaben auf hoch spezialisierte Demonstrationsbetriebe zu fokussieren.

Fokus auf den wichtigsten Zierpflanzenarten

Die potenziellen Modellregionen sowie die Gegebenheiten, nach denen sie ausgewählt werden, werden durch das Projektkonsortium festgelegt. Der Fokus des Vorhabens soll auf den zehn wichtigsten in Deutschland kultivierten Zierpflanzenarten (Balkon- und Topfpflanzen im Freiland und im Gewächshaus) liegen.

Das Projektkonsortium soll die Betriebe bei der Substrat-Umstellung fachlich begleiten sowie die Erkenntnisse aus dem Vorhaben auswerten und für den Wissenstransfer aufbereiten. Bestehen soll das Projektkonsortium aus einer Gesamtkoordination, regionalen Koordinatoren (in den Modellregionen tätig), den Demonstrationsbetrieben und gegebenenfalls einer Institution zur Durchführung der ökonomischen Auswertung.

Anpassung der Kulturführung auf torfreduzierte Substrate

Mittel- und langfristig sollen nicht ausschließlich die teilnehmenden Betriebe von den Erkenntnissen aus dem Vorhaben profitieren, vielmehr sollen möglichst viele Zierpflanzen-Produktionsbetriebe auf klimafreundlichere Substrate umstellen. Daher sollen die Ergebnisse und Erkenntnisse breit bekannt gegeben und möglichst allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden.

Am 14. November 2016 hatte das Bundeskabinett den Klimaschutzplan 2050 beschlossen, der unter anderem den Schutz von Moorböden und damit einhergehend eine Reduktion des Torfabbaus umfasst. Neben den weiteren Gartenbau-Sparten kommt Torf insbesondere im Zierpflanzenbau zum Einsatz. Viele Forschungsergebnisse zeigen laut BLE, dass auch in torfreduzierten Substraten erfolgreich qualitativ hochwertige Zierpflanzen produziert werden können, jedoch bedarf es einer Anpassung der Kulturführung auf die jeweiligen Substrate.

Für das Modell- und Demonstrationsvorhaben zum „Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau“ ist ein zweistufiges Bewerbungsverfahren vorgesehen, das sich aus einer Skizzeneinreichung mit der anschließenden Antragstellung zusammensetzt. Einreichungsfrist für die Projektskizzen ist der 30. August.