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Transparente Blumen: Diskussion zum Thema Nachhaltigkeit auf der Floriade

Erfolgsfaktor Transparenz: Blumen- und Pflanzenhandel mit offenen Karten, so war eine Diskussionsveranstaltung überschrieben, die vergangene Woche im NRW-Pavillon auf der Floriade im niederländischen Venlo stattfand. 

Eingeladen hatte der Verband des Deutschen Blumen-Groß- und Importhandels (BGI) zusammen mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Rund 60 Interessierte waren gekommen und erörterten das Thema Nachhaltigkeit aus verschiedenen Blickwinkeln.

Für den BGI zählt dazu auch die immer stärker von Verbrauchern geforderte Transparenz über die Vorgänge in Produktion und Handel. Im heutigen Informationszeitalter soll der ehrliche Umgang mit den Kunden zu einem wirtschaftlichen Erfolgsfaktor werden, das Spiel mit offenen Karten die Gewinnchancen erhöhen. Diskutiert wurden natürlich auch die Grenzen der Offenlegung bei Produktion und Handel, die Rückverfolgbarkeit der Waren, ihre Wertigkeit und die zu erwartenden Preise.

Dieter Overath, Geschäftsführer Fair-trade Deutschland, erläuterte beispielsweise die aktuelle Stellung der Blumen im Fairtrade-Handel. So wurden 2011 rund 336 Millionen Fairtrade-Blumen weltweit gehandelt, die von 50 zertifizierten Farmen stammen. Deutschland hat rund 80,5 Millionen Stiele importiert, für dieses Jahr erwartet Overath mindestens die doppelte Menge.

Dabei machen Rosen über 90 Prozent aller Blumen aus, ihr Marktanteil liegt nach Mengen bei inzwischen 6,8 Prozent. Der Verbraucher findet sie im Lebensmitteleinzelhandel, in Gartencentern ebenso wie bei über 500 Floristen, an insgesamt 15.000 Verkaufsstellen. Besondere Rosensorten für Floristen sind übrigens einzeln gekennzeichnet, ansonsten ist der traditionelle 10er-Bund im Angebot, allerdings zu deutlich höherem Preis.

Der im Siegel aufgedruckte Fairtrade-Code lässt sich im Internet auf der entsprechenden Seite eingeben und der Verbraucher erhält dort genaue Angaben zur Herkunft der Rosen, über Produzenten und Händler, über die Fair-trade-Sozial- und Umweltstandards, über Wasserverbrauch, über Klima- und Energiebilanzen. Daneben informiert die Webseite auch über weitere Einkaufsquellen und gibt Pflegetipps.

Inzwischen, so Overath, stehen Blumen an erster Stelle der nachgefragten Produkte im fairen Handel und haben damit den jahrelangen Spitzenreiter Kaffee an die zweite Stelle verdrängt.

Lesen Sie mehr in einer der nächsten TASPO-Ausgaben. (fri)