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Trauer um Gartenbaulehrer und Völkerverständiger Abel

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Der „Motor der gemeinsamen Arbeit und des Austausches von jungen Gärtnerinnen und Gärtnern in Frankreich und Deutschland und im übrigen Europa“ läuft nicht mehr: Adalbert Abel, Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft Deutsch-Französischer Gartenbaulehrer, ist im Alter von 88 Jahren verstorben.

Adalbert Abel war nicht nur kompetenter Fachlehrer für Gartenbau, sondern engagierte sich auch für die Zusammenarbeit europäischer Gärtner. Foto: AG Europäischer Gartenbaulehrer

Gärtnerlehre legt Grundstein für Abels Gartenbau-Laufbahn

Als „Brückenbauer der Versöhnung und Zusammenarbeit im europäischen Gartenbau“, bezeichnet die 1970 von ihm mitinitiierte AG Abel in ihrem Nachruf. Als „Verfechter der Versöhnung und Zusammenarbeit zwischen deutschen, französischen und europäischen jungen Gärtnern“ übernahm der engagierte Fachlehrer folgerichtig von 1970 bis 1990 die präsidiale Leitung der Arbeitsgemeinschaft.

Den Grundstein für seine Laufbahn im Gartenbau legte Abel zunächst mit einer Gärtnerlehre in Fulda. Nach der bestandenen Meisterprüfung zog es den jungen Gärtner zum Studium nach Weihenstephan sowie an die pädagogische Hochschule in Wilhelmshaven.

Bis 1992 Fachlehrer an der Gartenbauschule Münster-Wolbeck

Nach seinem Examen unterrichtete Abel von 1965 bis 1992 als Fachlehrer an der Gartenbauschule in Münster-Wolbeck. In diese Zeit fiel auch die bereits erwähnte Gründung der Arbeitsgemeinschaft Deutsch-Französischer Gartenbaulehrer in Saint Germain-en-Laye, die von Abel und Claude Leforestier, Präsident des Verbands der gartenbaulichen, land-, forst- und hauswirtschaftlichen Schulen in Frankreich, angestoßen worden war.

Kennengelernt hatten sich die beiden bereits einige Jahre zuvor, wie die Westfälischen Nachrichten schreiben. Demnach hatte Leforestier, damals Direktor der Gartenbauschule in Orleans, bei einem Besuch mit seinen Schülern in der Partnerstadt Münster die Idee, an der dortigen Meisterschule einen zweisprachigen Unterricht zu etablieren – eine Anregung, die Abel sofort begeistert umsetzte.

Abel gibt deutsch-französisches Fachvokabular mit heraus

Den Schüleraustausch behielten die beiden Gründer der Arbeitsgemeinschaft Deutsch-Französischer Gartenbaulehrer auch später bei: Jedes Jahr wurden, hauptsächlich von Abel, Studienfahrten zwischen der Bundesrepublik und ihrem Nachbarland organisiert, wodurch mehr als 10.000 Nachwuchsgärtner die jeweils andere Nation besser kennenlernen konnten.

Einen weiteren Meilenstein in der deutsch-französischen Gärtnerverständigung markierte den Westfälischen Nachrichten zufolge das 1995 gemeinsam von Abel und Marcel Gegu herausgegebene Fachvokabular „500 Worte in französischer und deutscher Sprache für junge Gärtner“, das später in weitere Sprachen übertragen wurde.

Hohe Auszeichnungen in Deutschland und Frankreich

Maßgeblichen Anteil hatte Abel zudem nach der Wende an der Integration der Gartenbauschule Dresden-Pillnitz in die deutsche Gartenbau-Bildungslandschaft.

Für seine Verdienste wurde der Fachlehrer unter anderem 1995 mit der Ernst-Schröder-Münze des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) geehrt, außerdem verlieh der gärtnerische Berufsstand im Münsterland Abel als erstem Träger die Heinrich-Krabbe-Plakette. Auch in Frankreich erhielt er verschiedene Auszeichnungen.

Abel starb am 11. März im Alter von 88 Jahren und wurde eine Woche später beigesetzt.