Alle News

Trotz Corona: 2020 Rekordjahr für den Zierpflanzenbau

, erstellt von

Laut einer Anbauerhebung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) war 2020 ein Rekordjahr für den Zierpflanzenbau. Dabei hatte im März noch alles auf herbe Umsatzeinbußen für die Branche hingedeutet, da unzählige Beet- und Balkonpflanzen zu Saisonbeginn aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen entsorgt werden mussten.

Deutlich zugelegt im vergangenen Jahr hat laut der AMI-Anbauerhebung der Beet- und Balkonpflanzen-Markt. Foto: Rebecca Matthews/Pixabay

Erschreckender Saisonauftakt für den Zierpflanzenbau

So hatte zum Beispiel der Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen im Frühjahr eine Umfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt und nach den voraussichtlichen Umsatzverlusten bedingt durch die Corona-Pandemie gefragt. Dabei hatten die Befragten die Einbußen allein bis Juni auf rund 200 Millionen Euro geschätzt. Auch die AMI bezeichnet den Saisonauftakt im März rückblickend als „erschreckend“, jedoch habe sich 2020 in der Folge für den Zierpflanzenbau sehr positiv entwickelt. Unabhängig von der Betriebsart, Betriebsgröße oder dem Bundesland meldeten die 191 Teilnehmer der Herbsterhebung demnach im Schnitt eine sehr positive Entwicklung über den Jahresverlauf. Gerade Topfpflanzen-Betriebe profitierten laut AMI deutlich, schwieriger sei es dagegen für die Schnittblumen-Betriebe gewesen. Allerdings sei es „durch die ungeheure Menge an Einflussfaktoren“ nicht möglich, ein allgemeingültiges Bild für jeden Betrieb zu zeichnen – „denn einige der Betriebe hatten einen enormen Zusatzaufwand, um dieses positive Ergebnis zu erzielen“, wie die AMI erklärt.

Markt für Beet- und Balkonpflanzen 2020 deutlich gewachsen

Im vergangenen Jahr auf Verbraucherebene noch einmal deutlich gewachsen ist nach AMI-Berechnungen der Beet- und Balkonpflanzen-Markt. Die hohen Ausgaben der Konsumenten auf der einen Seite würden dabei durch stabile bis gestiegene Preise auf Produzenten-Seite bestätigt. Auch habe der Erhebung zufolge die Absatzquote deutlich über den Vorjahren gelegen – sogar das Zehn-Jahres-Mittel wurde demnach überschritten. Zudem lagen die Umsätze weit über denen im Jahr 2019. „Im Schnitt über alle Betriebe wurden Umsatzsteigerungen im zweistelligen Bereich von Februar bis September gemeldet“, legt die AMI dazu dar.

Ausweitung der Mengen bei Trendkulturen, Zimmerpflanzen und Schnittblumen

Leicht ausgebaut werden soll laut der Erhebung die Menge bei Fertigware in Normalgröße – auch bei rund der Hälfte der über 40 im Detail erfassten Kulturen (erfasst wurden laut AMI 40 Millionen Stück Fertigware). Ein Ausbau ist geplant bei Trendkulturen wie Stauden, die im Rahmen der Beet- und Balkonpflanzen-Erhebung eine Nische darstellen. Auch bei den Zimmerpflanzen und bei Schnittblumen wurden leichte Ausweitungen angegeben. Dagegen sollen Klassiker wie Pelargonien und Violen etwas eingeschränkt werden.

► Mehr zu den Ergebnissen der AMI-Anbauerhebung im Zierpflanzenbau lesen Sie in Gärtnerbörse 1/2021, die am 16. Januar erscheint. Wenn Sie detailliertere Informationen wünschen, können Sie zudem den AMI Markt Report Anbauerhebung Zierpflanzen Herbst 2020 im Webshop der AMI bestellen oder als Produktionsbetrieb an der nächsten AMI-Erhebung teilnehmen – Interessierte können sich dafür einfach per Mail bei Jens Quetsch, Marktexperte Gartenbau, melden.

Cookie-Popup anzeigen