Alle News

Trotz Lockdown: Gartenbau hofft auf gute Primel-Saison

, erstellt von

Die Primel-Saison kommt eigentlich im Februar so richtig in Fahrt – in diesem Jahr bremst jedoch der Lockdown den Absatz der beliebten Frühlingsblüher. Viele Erzeuger versuchen deshalb aktuell, die Blüte durch gezielte Kulturführung so lange wie möglich hinauszuzögern. Die Hoffnung auf einen insgesamt guten Verlauf der Primel-Saison 2021 haben die Gärtner trotzdem noch nicht aufgegeben.

Mareike van Adrichem baut mit ihrem Team auf rund vier Hektar Fläche neben Lavendel, Dahlien, Begonien, Dianthus und blühenden Topfstauden auch Primeln an. Foto: Landgard

Gartenbau-Betrieb van Adrichem hofft auf guten Absatz

Mareike van Adrichem, die gemeinsam mit ihren Eltern den gleichnamigen Gartenbau-Betrieb in Geldern-Walbeck führt, etwa hofft auf einen guten Absatz insbesondere für mittelfrühe und späte Primeln. „Im Fokus stehen für uns vor allem Sondersorten, die es nicht überall gibt, zum Beispiel gestielte Primeln oder solche mit gefüllten Blüten. Wir haben uns damals bewusst dafür entschieden, unser Produktsortiment durch Primeln zu ergänzen, da sie im Jahresverlauf gut zu unseren anderen Kulturen passen. Aber für uns war auch klar: Wenn wir Primeln produzieren, dann sollten es schon besondere sein“, erklärt die 32-jährige Gärtnermeisterin. Vermarktet werden die Pflanzen des Familienunternehmens über die unterschiedlichen Vertriebswege von Landgard.

Zusatzaktionen mildern Druck am Gesamtmarkt etwas ab

Wie Matthias Ribkens, Bereichsleiter Retail Topfpflanzen bei Landgard Blumen & Pflanzen, schildert, werden zusammen mit den Erzeugern und Kunden kontinuierlich Wege gesucht, um die Produkte der Mitgliedsbetriebe zu vermarkten. „So konnten wir zusätzlich zu den ersten geplanten Aktionen Ende Januar, Anfang Februar im Retail auch einige Zusatzaktionen realisieren, die den Druck am Gesamtmarkt etwas abgemildert haben. Entscheidend ist jetzt, wie lang der Lockdown noch andauert. Die Qualitäten sind insgesamt sehr gut und auch die verfügbaren Mengen bewegen sich auf dem Niveau der letzten Jahre. Wenn jetzt wichtige Absatzwege wie DIY und Fachhandel zeitnah wieder öffnen, kann die diesjährige Primel-Saison immer noch einen guten Verlauf nehmen“, so Ribkens.

Fertige Primeln fließen derzeit oft noch über LEH oder Discount ab

Nach Angaben von Landgard war die Nachfrage in den weiterhin bundesweit geöffneten Cash & Carry-Märkten in den vom Lockdown betroffenen Bereichen beispielsweise im Januar zwischen 40 und 90 Prozent geringer als im vergangenen Jahr. Betriebe, die Frühlingsblüher erzeugen, würden deshalb versuchen, durch gezielte Kulturführung die Blüte so lange wie möglich zu verzögern. Entsprechend wurden im Dezember und Januar unter anderem rund 25 Prozent weniger Primeln bei Landgard und Veiling Rhein-Maas angeliefert als im gleichen Vorjahreszeitraum, wie der Vermarkter ausführt. Alternativ würden die derzeit fertigen Primeln, die ursprünglich für den Fachhandel oder DIY-Bereich vorgesehen waren, oftmals noch über den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) oder Discount abfließen.

Cookie-Popup anzeigen