Türkei: Stark sinkende Importzölle zu erwarten

Veröffentlichungsdatum:

Sinkende Importzölle bieten neue Möglichkeiten für die Gartenbaubranche. Foto: Pixabay

Royal FloraHolland, der Marktführer aus den Niederlanden für die Vermarktung von Blumen und Zierpflanzen, erwartet niedrige Einfuhrzölle in der Türkei. Innerhalb der nächsten 12 Monate sollen diese deutlich sinken. Exporteure in die Türkei und den arabischen Raum können davon profitieren.

Royal FloraHolland : Türkei - Ignorieren oder investieren?

Royal FloraHolland griff die Thematik im Rahmen einer Diskussionsrunde mit dem Titel „Türkei, ignorieren oder investieren?“ am 28.06.2017 in Aalsmeer auf. So werden drastisch sinkende Einfuhrzölle binnen eines Jahres erwartet, die für die Gartenbaubranche neue Möglichkeiten bieten. 

Derzeit entwickelt Royal FloraHolland zwei Gartenbau-Regionen in der Türkei gemeinsam mit ansässigen Unternehmen und der türkischen Regierung. Monique Heemswerk, Managerin für den türkisch-asiatischen Raum, sieht dies als einen bedeutenden Beitrag, um Einfuhrzölle auf Blumen und Zierpflanzen in naher Zukunft zu senken.

Ziel noch nicht erreicht

Aktuell beträgt der Einfuhrzoll auf Schnittblumen 48,6 Prozent. Ziel ist es, diesen zu halbieren. Für Blütenpflanzen wird eine Reduzierung von 28,4 auf 0,00 Prozent angestrebt. Der Einfuhrzoll auf Grünpflanzen liegt bei 4 Prozent.

Durch Absprachen mit Branchenverbänden ist eine zeitnahe Umsetzung innerhalb der nächsten 12 Monate geplant. Lucas Vos, CEO von Royal FloraHolland, trifft im Oktober den türkischen Landwirtschaftsminister. Die Brüsseler Lobby, welche die Einfuhrzölle senken will, geht von bis zu acht Jahren für die Umsetzung aus.

Royal FloraHolland ist seit 2,5 Jahren in der Türkei mit Expansionsplänen aktiv. So werden derzeit die Rahmenbedingungen für die Ausfuhr an ihre kenianischen Mitglieder in die Türkei überprüft. 

Blumen und Zierpflanzen: Türkei als Export-Ausgangspunkt

Aktuell zählt die Türkei 80 Millionen Einwohner und eine junge Bevölkerungsstruktur mit jährlich steigenden Konsumausgaben. Trotz kultureller Unterschiede zeigt sich ein zunehmendes Interesse an Blumen und Zierpflanzen, das vor allem für Züchter und Gewächshauskonstrukteure interessant ist. Die Türkei fungiert dabei als Autobahn unter anderem für Asien und Afrika, die 25 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Die Exportmöglichkeiten sind zahlreich: Neben den Vereinigten Emiraten werden so Katar, Kuwait, Kasachstan, Bahrain, Russland, Aserbaidschan, Saudi-Arabien und der Oman erreicht.

Für Selim Oktar vom Turkey-Asia-Team haben die jüngsten Spannungen zwischen der Türkei und den Niederlanden keinen Einfluss auf die Entwicklung der Ambitionen von Royal FloraHolland. „Die politischen Beziehungen zwischen den Ländern haben immer ihre Höhen und Tiefen, aber wir betrachten den Handel mit der Türkei aus einer langfristigen Perspektive“, so Oktar. „Es gibt natürlich einige Probleme zwischen den Ländern in Bezug auf die Politik, aber wenn es um den Handel geht, liebt die Türkei“.

Die Niederlande sind der größte Handelspartner der Türkei.


 

Cookie-Popup anzeigen