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Über 70 Tonnen gefälschte Pflanzenschutzmittel sichergestellt

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Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kann einen Erfolg beim Wettlauf mit Pflanzenschutzmittelfälschern verzeichnen. Wie die Auswertungen der Operation Silver Axe VI zeigen, konnten zwischen 1. Februar und 12. April 2021 über 70 Tonnen gefälschte Pflanzenschutzmittel sichergestellt werden.

Durch die Operation Silver Axe wurden über 70 Tonnen gefälschter Pflanzenschutzmittel sichergestellt. Foto: Green Solutions

Funde in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

„2021 waren die beteiligten deutschen Behörden besonders erfolgreich. Sie konnten mehr als 70 Tonnen verdächtige Pflanzenschutzmittel festsetzen“, kommentierte Dr. Nils Kurlemann vom BVL die nun veröffentlichten Ergebnisse der EUROPOL-Operation Silver Axe VI, die die Verfolgung von Pflanzenschutzmittelfälschungen als Aufgabe hat. Demnach hat es in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen mehrere Importe mit vermutlich gefälschten Pflanzenschutzmitteln gegeben. Durch Hinweise des OLAF-Programms des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung konnten diese schließlich von den Behörden beschlagnahmt werden. „Ohne diese Hinweise wären die über kleine Zollämter fernab von EU-Außengrenzen abgefertigten Lieferungen wahrscheinlich unentdeckt geblieben“, so Kurlemann.

Spur führt nach Großbritannien

Die gefälschten und sichergestellten Produkte stammen demnach von einer im Vereinigten Königreich ansässigen Firmengruppe. Diese sei bereits in den vergangenen Jahren auffällig geworden, indem sie gefälschte Produkte in Deutschland unter dem Deckmantel des Parallelhandels in Verkehr bringt. „Es ist wie bei allen kriminellen Handlungen ein Wettlauf zwischen Strafverfolgern und den professionellen Fälschern“, konstatiert der nicht namentlich genannte Chemiker, der als Ansprechpartner für die zuständigen nationalen und internationalen Institutionen fungiert.

Nachweis von illegalen Pflanzenschutzmitteln aufwändig

Die Operation Silver Axe umfasste insgesamt 31 Staaten in der EU und darüber hinaus. Beteiligt waren an der Operation neben verschiedenen Bundesbehörden auch die einzelnen Pflanzenschutzdienste der Länder Bremen, Hamburg und Niedersachsen. Auffällig bei den Ergebnissen sei es gewesen, dass die örtliche Nähe zu einem Seehafen oder zu einer anderen EU-Außengrenze für die Importkontrolle nicht entscheidend ist. „Die Abfertigung für den zollrechtlich freien Verkehr erfolgt flächendeckend in der gesamten Bundesrepublik“, erklärt Kurlemann weiter. Ist eine Verdachtsprobe erstmal entdeckt, ist der Nachweis illegaler Pflanzenschutzmittel eine große Herausforderung. Um hier leichter und schneller voranzukommen, hat eine EU-Arbeitsgruppe für die chemische Analyse von Pflanzenschutzmitteln eine Leitlinie erarbeitet. Im Labor für Formulierungschemie des BVL werden daher Analysemethoden entwickelt, um illegale Pflanzenschutzmittel im Auftrag der Kontrollbehörden der Länder gerichtsfest identifizieren zu können.

„Fälschungen gefährlich und falsch gekennzeichnet"

„Wir begrüßen den Erfolg bei der Fahndung nach illegalen Pflanzenschutzmitteln und der Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Handel mit gefälschten Produkten außerordentlich. Damit wird die Sicherheit für die Anwender und die Umwelt erhöht. Viele Fälschungen sind gefährlich und falsch oder mangelhaft gekennzeichnet. Nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel sind nicht getestet und stellen eine nicht abschätzbare Gefährdung dar. Landwirte sollten nur zugelassene Pflanzenschutzmittel von seriösen Vertriebspartnern kaufen. Wir fordern weitere Anstrengungen zur Kontrolle, damit nur behördlich zugelassene Mittel zur Anwendung kommen“, wird Frank Gemmer, Hauptgeschäftsführer beim Industrieverband Agrar (IVA) in einer Meldung zitiert.
 

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