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(Über-)Durchschnittliche Obst- und Gemüseernte trotz Dürre 2018

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Der Sommer 2018 war geprägt von extremer Trockenheit und niedrigen Niederschlagswerten. Dennoch zieht die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse (BVEO) eine positive Bilanz. Viele Obst- und Gemüsesorten erzielten trotz besonderer Witterungsbedingungen überwiegend durchschnittliche Erträge.

Hitze und Trockenheit hatten den Sommer 2018 im Griff und wirkte sich auf die Gemüse- und Obstproduktion aus. Foto: Henry Schmitt/Fotolia

Nachfrage nach Frischobst steigt

Neben der schwachen Obsternte 2017/2018 verhinderte die Dürre des vergangenen Sommers eine mögliche Rekordproduktion. Mit 1,5 Millionen Tonnen fällt die Ernte 2018/2019 in der gesamten Bundesrepublik jedoch immer noch überdurchschnittlich produktiv aus.

Durch den entsprechenden Preisverfall kam es zu Umsatzrückgängen auf der Erzeugerebene. Laut den aktuellen Zahlen der Marktstatistik der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) wird der Umsatz der berücksichtigten Erzeugermärkte bei Frischobst voraussichtlich um knapp zehn Prozent sinken, während die Nachfrage von Frischobstimporten für 2018 steigen wird.

Verantwortlich hierfür sind unter anderem Obstsorten wie Wassermelonen, Äpfel und Strauchbeeren. Besonders Äpfel verbuchten mit einem Plus von rund 70 Prozent einen deutlich höheren Anstieg des Importes von der Südhalbkugel.

Wetterauswirkungen auf die Gemüseproduktion

Für Gemüse waren die Monate Februar und März 2018 in Deutschland überdurchschnittlich kalt und nass. Anschließend folgte ein langer Sommer mit hohen Temperaturen und einem hieraus resultierenden starkem Niederschlagsdefizit. Winter- und Lagerkulturen mit langer Entwicklungszeit wiesen laut dem AMI-Marktbericht durchgängig niedrige Erträge auf, die jedoch durch höhere Preise meist überkompensiert werden.

Während die satzweise gesäten und gepflanzten Kulturen anfänglich sehr reichlich waren, verursachte eine knappe Marktversorgung Anfang Juli einen Preisanstieg. Trotz einer möglichen Beregnung des Frischgemüses reicht die Kapazität häufig nicht aus, um eine vollständige Wasserversorgung der Kulturen zu gewährleisten.

Die Gemüseernte für 2018/2019 wird auf insgesamt 3,6 Millionen Tonnen geschätzt und fällt damit zehn Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahr aus. Nach vorläufigen Analysen der Einfuhrzahlen durch das AMI wird die voraussichtliche Importmenge für das Jahr 2018 um einige Prozent sinken.

Kartoffeln im Wachstum eingeschränkt

Auch die Kartoffelernte wurde in ihrer Entwicklung durch die Hitze und Trockenheit des letzten Sommers während ihrer Wachstumsphase stark beeinflusst. Schätzungen des Sachverständigenausschusses von Bund und Ländern zur „Besonderen Ernte – und Qualitätsermittlung“ zufolge wird in diesem Jahr eine Gesamternte in Höhe von 8,7 Millionen Tonnen erwartet.

Dies macht rund 25 Prozent weniger aus im Vergleich zu den Vorjahreswerten. Die Prognose wird zudem bestätigt durch den Blick auf den 5-Jahres-Mittelvergleich mit einer in Deutschland um 21 Prozent geringer ausgefallenen Ernte.