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Überhöhte Krankenkassen-Beiträge: Eile geboten, Widerspruch einlegen!

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Für erheblichen Ärger hat Anfang des Jahres die aktuelle Erhöhung der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) für die Baumschulen gesorgt. Eile ist daher geboten für diejenigen, die dagegen noch Widerspruch einlegen wollen.

Die Krankenkassen-Beiträge sind zum Jahresbeginn insbesondere für Baumschulen erheblich gestiegen. Foto: Stockfotos-MG/Fotolia

Bemessungsgrundlage um 150 Prozent gestiegen

Denn die Bemessungsgrundlage ist innerhalb von vier Jahren um 150 Prozent erhöht worden, informiert Rainer Ehling von den Baum- und Rosenschulen Ehling (Velen-Ramsdorf), Präsident der Börse Westfalen-Lippe. Das bedeute, dass sich bei gleichbleibender Baumschulfläche der Wert der Fläche um 150 Prozent erhöht und somit auch die Krankenkassen-Beiträge mitunter um 150 Prozent steigen.

Und Ehling appelliert an seine Kollegen: „Die Bescheide sind Anfang Januar versendet worden, und innerhalb von vier Wochen kann Widerspruch gegen diese Bescheide eingereicht werden. Gegen die Bescheide aus den vergangenen Jahren reichte eine einfache E-Mail, um Widerspruch einreichen zu können. In dem aktuellen Bescheid ist unter Rechte vermerkt, dass per E-Mail nur mit einer qualifizierten elektronischen Signatur Widerspruch eingelegt werden kann. Daher sollte der Widerspruch per Fax oder Post (Einschreiben) verschickt werden.“

Widerspruch erhöht Chancen auf Neuverhandlungen

Je mehr Gartenbau-Betriebe Widerspruch einlegen, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Verhandlungen um die Beiträge noch vor 2020 neu verhandelt werden, sodass die starke Beitragserhöhung nicht hingenommen werden muss. Und so könnten die Verbandsvertreter eine starke Rückendeckung von ihren Mitgliedern erhalten, so Ehling.

Früher, erläutert er in seinem Schreiben an die Baumschul-Kollegen, als es noch die Krankenkasse für den Gartenbau gab, wurden die Kranken- und Pflegekassen-Beiträge nach dem Arbeitswert berechnet. Somit waren die Beiträge an das Einkommen der Betriebe gekoppelt.

„Korrigierter Flächenwert“ maßgebend

Heute, mit der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) in Kassel, werde ein komplett anderes Berechnungsmodell für die Beitragsberechnung zugrunde gelegt. Maßgebend dabei sei der „Korrigierte Flächenwert“, bei dem wie folgt vorgegangen wird:

  • Die Flächen, die bei der Landwirtschaftskammer für die Berechnung der Beihilfen angegeben werden, werden 1:1 an die Landwirtschaftliche Kranken- und Pflegekasse in Kassel weitergeleitet.

Unter dem Punkt „Berechnungswerte für das Unternehmen“ wurden nun die Baumschulflächen

  • im Jahr 2015 mit dem Faktor 4
  • im Jahr 2018 mit dem Faktor 6,99
  • im Jahr 2019 mit dem Faktor 9,98 multipliziert

Ähnlich verhalte es sich bei den Flächen für Blumen/Zierpflanzen/Baumschule Niederglas. Hier wurden die Flächen

  • von 2015 bis 2017 mit dem Wert 40 multipliziert
  • ab 2018 mit dem Wert 49,56

Bei Blumen/Zierpflanzen/Baumschulen Hochglas

  • von 2015 bis 2018 mit dem Faktor 80
  • aktuell mit dem Faktor 79,70

Die Baumschul-Kollegen sollten ihre Bescheide prüfen, so Ehling, und vorsorglich Widerspruch einlegen.