Umfrage: Allerheiligen verliert Bedeutung

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In diesem Jahr war der Termin Allerheiligen – bedingt durch den zusätzlichen Feiertag – nicht verkaufsfördernd. Insgesamt beobachten die Fachgeschäfte am Friedhof, dass viele Kunden sich nicht mehr von den klassischen Gedenktagen leiten lassen, so das Ergebnis einer aktuellen TASPO-Umfrage.

„Das Allerheiligen-Geschäft lief bei uns in Südbaden extrem schleppend. Durch das fast sommerliche Wetter waren viele Sommerblüher noch in voller Blüte“, berichtet Andreas Hinn aus Grenzach-Wyhlen. „Allgemein beobachten wir, dass vor Allerheiligen bei mildem Wetter immer weniger am Grab gemacht wird. Eher später zu Totensonntag oder für die Dauer der Adventszeit wird noch einmal eingekauft.“

Nach Allerheiligen läuft für den Friedhof noch einiges

Nach Allerheiligen laufe nach und nach noch immer einiges für den Friedhof, besonders sobald das Wetter kühler wird und die Sommerbepflanzungen nicht mehr schön sind, so Hinn. „Unsere Erfahrung der letzten Jahre war, dass in den Baumärkten jetzt nach Allerheiligen nichts mehr Entsprechendes angeboten wird und die Kunden dann noch in den Fachbetrieb mit gepflegter Ware kommen.“

Auch Alexander Wagner, Inhaber vom Florapark Wagner, der gegenüber vom Wieslocher Friedhof liegt, beobachtete, dass der Oktober insgesamt zu warm war. „Das Wetter war zu schön, sodass die Sommerbalkonblumen noch in sehr gutem Zustand waren. Der Oktober war eher schwach, leicht unter dem Vorjahr, vor allem bei Baumschulprodukten. Durch den zusätzlichen Feiertag in diesem Jahr hatten wir einen Verkaufstag weniger – wir hatten 31. 10. und 1. 11. geschlossen – das brachte uns rund fünf bis sechs Prozent Umsatzeinbuße.“

Klassische Grabgestecke sind rückläufig

Die klassischen Grabgestecke sind rückläufig, dafür kaufen die Kunden mehr bepflanzte Schalen/Gefäße für das Grab, so Wagners Beobachtung. „Calluna liefen insgesamt schwächer, Violen konnten sich auf dem Vorjahresniveau halten. Bei Dendranthema-indicum-Hybriden konnten wir speziell bei den Büschen einen guten Absatz beobachten.“

Lars Rehder von der Hamburger Friedhofsgärtnerei Rehder hat zwar kein Blumenfachgeschäft, kann aber bei seinen Kunden beobachten, dass der 1. November eher unbedeutend ist. „Unsere Kunden fokussieren sich nicht mehr so auf bestimmte Tage.“ Darüber hinaus berichtet Rehder, dass der Betrieb einige Neukunden hat, „die die Wertigkeit unseres Winterschmucks (Tannenabdeckung) schätzen. Meistens haben sie unsere Arbeit auf anderen Gräbern gesehen oder sind durch einen Zeitungsartikel auf uns aufmerksam geworden. Generell sind unsere Kunden bereit, Geld für etwas Hochwertiges auszugeben.“

Verhaltener Abverkauf von Schalen, Gestecken und Sträußen zu Allerheiligen

In der Friedhofsgärtnerei und Blumenhaus Klumpen in Frankfurt am Main war der Abverkauf mit Gedenktagsfloristik wie Schalen, Gestecke oder Sträuße sehr verhalten, hat Bertold Klumpen beobachtet. „Vermutlich war es einfach zu warm. Am Reformationstag, dem 31. Oktober, hatten wir unser Geschäft geschlossen. Insgesamt war der Abverkauf von Pflanzen im Oktober sehr verhalten. Aber wir beobachten steigende Anfragen zur Bestattungs- und Grabpflege-Vorsorge.“

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