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Umfrage: Fachkräftemangel in Architektur- und Planungsbüros

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Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) hat die Ergebnisse einer Umfrage des Arbeitskreis Ausbildungswesen zur Zahl der Studienanfänger und Absolventen im Bereich Landschaftsarchitektur vorgelegt. In Bachelor-Studiengängen gab es danach im Schnitt 950 Erstsemester und nur rund 600 Absolventen pro Jahr. Bei den Master-Studiengängen waren es von 2015 bis 2018 durchschnittlich 310 Absolventen – zu wenig, findet der bdla.

Büros im Umfeld von Hochschulstandorten haben signifikant geringere Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen, wie eine Umfrage zeigt. Foto: Malachi Witt/Pixabay

Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen

Wie in vielen anderen Branchen sei der Fachkräftemangel auch in Architektur- und Planungsbüros zu spüren, so der bdla. Der Verband verweist hierzu auf eine Online-Umfrage zu offenen Stellen und Fachkräftemangel bei freischaffenden Landschaftsarchitekten beziehungsweise Planungsbüros, die im September/Oktober 2020 durchgeführt wurde. Obwohl die Umfrage-Ergebnisse nicht repräsentativ seien, zeigten sie dennoch eindrücklich den Ernst der Lage. Demnach hatten annähernd neun von zehn Planungsbüros in den vergangenen zwölf Monaten Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen oder konnten diese gar nicht besetzen. Deutlich leichter fiel die Besetzung offener Stellen nach der Umfrage denjenigen Büros, in deren Umkreis von 100 Kilometern eine Hochschule mit Studienangeboten der Landschaftsarchitektur angesiedelt ist.

bdla für Einrichtung zusätzlicher Studienkapazitäten der Landschaftsarchitektur

Notwendig sei es deshalb, verstärkt um den beruflichen Nachwuchs zu werben. Einerseits gelte es, Schüler und Abiturienten zu erreichen, um über die vielfältigen Chancen des Berufs zu informieren. Auf der anderen Seite setze sich der bdla für die Stärkung der Hochschulen und die Einrichtung zusätzlicher Studienkapazitäten der Landschaftsarchitektur ein. Vor allem auch in Metropolen und Metropolregionen brauche es mehr Ausbildungskapazitäten, da es die jungen Menschen zum Studieren verstärkt in die Großstädte ziehe. Politik und Gesellschaft müssten in Zeiten des Klimawandels ein originäres Interesse an einer Ausbildung der Landschaftsarchitekten haben. Ohne mehr qualifizierte Landschaftsarchitekten seien die politischen Ziele, etwa des Weißbuches Stadtgrün, nicht umsetzbar.

Enge Verknüpfung mit fachverwandten Disziplinen unerlässlich

Nach Ansicht des bdla müssen deshalb die bestehenden Ausbildungsstätten gesichert, gestärkt und fortentwickelt werden. Dabei sei eine enge Verknüpfung mit fachverwandten Disziplinen, wie Architektur und Stadtplanung, unerlässlich. Auch müsse die Politik die strukturellen Rahmenbedingungen in den Organisationsstrukturen von Ministerien und Verwaltungen schaffen. Dies erfordere eine Bündelung der Kernkompetenzen der Landschaftsarchitekten und eine Sichtbarmachung in der Verwaltung. „Versteckt die Landschaftsarchitektur nicht in der Stadtreinigung, dem Tiefbau oder der Verkehrsplanung!“, so der Verband.

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