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Umfrage: Wie vermeiden Friedhofsgärtner Plastik-Müll?

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Durch das zum Jahresbeginn in Kraft getretene neue Verpackungsgesetz ist das Thema Plastik- und Kunststoff-Müll wieder in aller Munde. Die TASPO fragte deshalb nach: Was können zum Beispiel Friedhofsgärtnereien tun, um diese Materialien einzudämmen? Und was ist dabei das größte Problem?

Gehören Kunststofftöpfe bei großen Pflanzaktionen der Friedhofsgärtner bald der Vergangenheit an? Foto: Therese Backhaus-Cysyk

Beetpflanzen schon ausgetopft liefern lassen

„Das neue Verpackungsgesetz bringt uns schon in eine neue Handlungsoffensive“, erklärt Karoline Heiser vom Blumenpavillon Neis in Trier. „Jeder von uns muss in seinem Betrieb umdenken und Mitarbeiter zum richtigen Umgang mit Plastik-Müll wach machen und ansprechen. Eine Möglichkeit ist sicherlich, wie wir es bereits machen, dass sich Friedhofsgärtnereien Beetpflanzen schon ausgetopft liefern lassen, um die Kunststofftöpfe bei jeder großen Pflanzaktion auf dem Friedhof in erheblicher Menge zu reduzieren.“

Ausgetopfte Beetware sei allerdings eine logistische Herausforderung, so Heiser. „Wetter, Personal und Lieferbedingungen – alles muss zeitgleich passen. Die ausgetopften Pflanzen müssen in kürzester Zeit in die vorbereiteten Flächen gepflanzt werden, denn sie dürfen nicht der Sonne oder anderen widrigen Wetterkapriolen ohne Topfschutz ausgesetzt sein. Eine zeitlich kurze Abfolge der Liefereinheiten ausgetopfter Ware bedeutet eine gute Planung im Vorfeld.“

Paletten zur Wiederverwendung zurück an Lieferanten

Die nach einer Pflanzenlieferung mitgelieferten Paletten werden vom Blumenpavillon Neis gesammelt und wieder an den Lieferanten zur Wiederverwendung zurückgegeben. Die Schwierigkeit bestehe hier in den vielen unterschiedlichen Größen der Paletten, die zeitaufwendig sortiert werden müssen und viel Lagerfläche füllen.

„Allerdings bemängeln wir auch die Stärke und Qualität des Materials. Viele sind brüchig und dünn, es macht keinen Sinn, sie weiter zu nutzen“, so Heiser.

Aktuell keinen Handlungsbedarf und auch keine großen Möglichkeiten einer weiteren Verpackungsreduzierung sieht Thorsten Adrian von der in Bremen ansässigen Friedhofsgärtnerei Adrian.

Hoffnung: Palettinos erleben Renaissance

„Da wir schon allein wegen des Arbeits- und Entsorgungsaufwandes keinerlei Interesse an Umverpackung, Einwegsteigen und ähnlichem haben, läuft fast alles hinaus auf: Palettinos, Staudenkisten, Aufzucht-Mehrwegplatten und CC. Für die dann noch anfallenden Töpfe haben wir einen Entsorger, der diese verwerten kann. Meine Hoffnung ist, dass im Zuge der Verpackungsverordnung die Palettinos eine Renaissance erleben“, so der Friedhofsgärtner.

Gundi und Hagen Kaeppel von der Friedhofsgärtnerei Kaeppel in Hanau dagegen versuchen, einheitliche Pflanztöpfe zu sammeln und zurückzugeben – wenn der Produktionsgärtner mitmacht. „Aber leider sagen viele, sie müssten diese beim Wiederbefüllen an der Topfmaschine von Hand einstellen. Das sei zu teuer!“, so die Erfahrung der Kaeppels.

Viel Müll bei Einweggrablichtern und Grablampen

„Zum Glück haben wir zwei Gärtner-Kollegen, die Viola und Begonia semperflorens ausgetopft in Baumschulkisten oder in Multiplatten als Mehrweg liefern – das sollte als gutes Beispiel dienen. Wir kaufen gerne bei Kollegen, die das Palettino-Mehrwegsystem verwenden, um Einwegpaletten zu vermeiden. Viel Müll fällt nach unseren Beobachtungen auch bei Einweggrablichtern und Grablampen an. Hier sollte ein Ersatzlicht ohne Plastikhülle entwickelt werden, das sich einfach einstellen lässt.“

Die komplette Umfrage „Wie vermeiden Gärtner auf dem Friedhof Plastik-Müll?“ lesen Sie in der TASPO 03/2019, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.