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Umsätze in DIY Branche stagnieren

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Nach dem situationsbedingten Umsatzwachstum in 2020, scheinen die Umsätze in der DIY-Branche in diesem Jahr nun zu stagnieren. Das zumindest behauptet der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) nach einer kürzlichen Auswertung des ersten Quartals.

Die Verbände BHB und VDG sowie Sagaflor machen eine unstimmige Corona-Politik für sinkende Umsätze in Garten- und Baumärkten verantwortlich. Symbolfoto: Green Solutions

Keine Umsätze wie 2020 zu erwarten

Bereits Ende letzten Jahres warnten Experten der Grünen Branche davor, in diesem Jahr ähnliche Umsätze in den Bau- und Gartenfachmärkten zu erwarten wie im vergangenen Jahr. Laut Angaben des BHB würden die Zahlen für die DIY-Branche in Deutschland im ersten Quartal nun die befürchtete Umsatz-Vollbremsung bestätigen. Mit nur 3,45 Mrd. Euro Bruttoumsatz würden 21,3 Prozent weniger zu Buche stehen als im Vorjahr zur gleichen Zeit, flächenbereinigt sei es sogar eine Differenz von 22,3 Prozent.

Für Österreich und die Schweiz, die im ersten Quartal 2020 fast komplett vom Lockdown betroffen waren und jetzt von einer wirtschaftsorientierten Politik profitieren, weist die Statistik weit positivere Werte aus. In Österreich erreicht der Umsatz 606,7 Mio. Euro und damit ein Plus von 30,7 Prozent (flächenbereinigt 26,2 Prozent). In der Schweiz fallen die Sprünge sogar noch drastischer aus: Hier setzten die Märkte im ersten Quartal 895,4 Mio. CHF um, ein Plus von 46,1 Prozent (flächenbereinigt 44,5 Prozent).

BHB sieht Ursachen in unstimmigen Corona-Maßnahmen

„Die völlig unnötig verursachten Umsatzeinbrüche in Deutschland sind und bleiben das Ergebnis unstimmiger Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern“, so der BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst. Das bestätigt auch Sagaflor-Vorständin Ursula Lindl: „Das Coronajahr 2021, und damit die Nummer zwei in Folge, hat sich im Gartensegment von Jahr eins dadurch unterschieden, dass es keinen absoluten beziehungsweise bundesweiten Lockdown mehr gegeben hat. Dadurch wurde die Situation aber nicht vereinfacht, denn die permanenten Wechsel in den Aussagen der Politik auf Bundes- und Landesebene und der regionalen Ordnungsämter, bei den Öffnungen mit Spartenverkauf, die (generellen) Schließungen und Hoffnungen auf Wiedereröffnung in der Ostersaison (insbesondere im Süden) waren nervenaufreibend. Darunter haben die Pflanzenproduktion, die Warenorder und damit die Warenverfügbarkeit gelitten, Mitarbeiterressourcen wurden extrem strapaziert.“

Positiver Blick in die Zukunft

Dennoch hätte die Sagaflor AG weiterhin ein reges Interesse der Endkunden an Produkten für Heim und Garten verzeichnen können und würde deswegen positiv in die Zukunft blicken. „Wir konnten uns bis inklusive Mai über eine erneut hohe Nachfrage freuen, und hoffen, dass der Gartenboom, den Corona ausgelöst hat, nachhaltig sein wird“, so Ursula Lindl. Zahlreiche Gartencenter hätten trotz der Pandemie ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr erneut steigern können, sagt Thomas Buchenau, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Gartencenter (VDG). Nichtsdestoweniger sei eine derartige Steigerung in manchen Bundesländern aufgrund der dortigen Corona-Schutzverordnungen jedoch nicht möglich. „Die lange Schließzeit in Bayern belastet beispielsweise die Ergebnisse in diesem Bundesland. Ebenfalls negativ wirkten sich die Sortiments- und später Zugangsbeschränkungen in Nordrhein-Westfalen aus. Hier haben uns Betriebe gemeldet, nicht mit der Entwicklung ihres Umsatzes zufrieden zu sein. In allen Betrieben fehlen die Umsätze aus den Gartencafés, die mal durch die Umsätze der übrigen Warengruppen ausgeglichen werden konnten, mal jedoch auch nicht“, erläutert Buchenau.

 

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