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Unwetter verursacht Millionenschäden im Gartenbau

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Schwere Unwetter suchten Teile Deutschlands im Juni heim und hinterließen starke Schäden. Besonders betroffen seien laut Gartenbau-Versicherung (GV) südliche Gebiete in Bayern und Baden-Württemberg. Hier wüteten die Unwetter besonders stark und hinterließen eine Schneise der Verwüstung. Ein Betrieb bei Reutlingen war bereits zum zweiten mal betroffen.

Tennisballgroße Hagelkörner zerstörten die Gewächshäuser eines Zierpflanzenbetriebes nahezu komplett. Foto: GV

Hitze und schwere Unwetter im Süden Deutschlands

Das Wochenende um den 19. Und 20. Juni 2021 traf Teile Bayerns und Baden-Württembergs besonders hart. Der Deutsche Wetterdienst titelte „Hitze, Blitze und Tropennächte“, womit es der Gartenbau zu tun bekam. Auch am Montag, dem 21. Juni setzte sich die tropische Hitze fort, ging aber am Ende des Tages langsam dem Ende entgegen. Was blieb, waren starke Gewitter und Unwetterfronten insbesondere über der Südhälfte Deutschlands. Schwere Hagelschauer und Starkregen setzten vor allem am Montag Baden-Württemberg sowie den Süden und den Südosten Bayerns zu, Seinen Höhepunkt sollte die Gewitterlage für den Gartenbau am Mittwoch, dem 23. Juni erreichen.

Tennisballgroßer Hagel sorgt für Schäden

Der 23. Juni 2021 traf einige Gartenbaubetriebe besonders stark und reichte von Teil- bis hin zu Totalschäden. Tennisballgroßer Hagel zerstörte in der Region Reutlingen die Plexiglaseindeckung eines größeren Gewächshausbetriebs für Zierpflanzen komplett zerschlagen (s. Foto). Wie lokale Medien berichten, sei die Gärtnerei von Bernhard Baum aus Degerschlacht innerhalb der vergangenen acht Jahre bereits das zweite Mal von Unwettern zerstört worden. Alle Gewächshäuser der Gärtnerei seien demnach kaputt, nachdem sie erst 2013 nach einem Hagelunwetter ersetzt worden waren. Die Schadenssumme betrug damals zwischen 700.000 und 800.000 Euro. Baum rechne auch jetzt wieder mit einer vergleichbaren Summe.

Auch Schäden in Bayern

Des Weiteren wurden auch aus der Region Stuttgart Schäden gemeldet, sowie aus Teilen Bayerns, wie dem Großraum München und der Regierungsbezirke Niederbayern sowie Schwaben. Neben Hagel schlug auch Starkregen zu Buche. Neben den Hagelschäden in mehreren Gewächshausbetrieben wurden zudem auch Topfpflanzen im Freiland sowie Baumschulquartiere vom Hagel zerschlagen oder sahen sich dem Starkregen ausgesetzt. Ebenfalls von den Unwetterschäden betroffen seien Verkaufsflächen von Endverkaufseinrichtungen und Gartencentern.

GV rechnet mit Schäden in Millionenhöhe

„Wir rechnen mit rund 100 Schäden, allein von Mittwoch, hinzu kommen die Schäden seit Montag“, überschlägt Manfred Klunke, Vorsitzender der Gartenbau-Versicherung, das mögliche Schadenausmaß. Aktuellen Schätzungen der GV zufolge können Schäden in Höhe von fünf bis zehn Millionen Euro gemeldet werden. Die sich seit Wochenbeginn in den Schadengebieten im Einsatz befindlichen Experten der GV haben mit der Schadenregulierung umgehend begonnen.

Vereinigte Hagel schätzt Schadenshöhe auf bis zu 23 Millionen Euro

Auch bei der Vereinigten Hagel seien laut eigener Aussage vermehrt Schadensmeldungen aus Baden-Württemberg und Bayern bis nach Österreich und Tschechien eingegangen. Besonders betroffen waren das Schadengebiet vom Starnberger See über München bis nach Passau und die Regionen Neckar-Alb und ein Streifen von Freiburg über Reutlingen bis nach Esslingen. Nach den ersten Besichtigungen rechne man bei der Versicherung mit Schäden um die 20 bis 23 Millionen Euro. Der Deutsche Wetterdienst hat auch für diese Woche weitere Unwetter prognostiziert.

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