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Valentinstag 2021 in der Bredouille

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Den Valentinstag 2021 wird die Branche wohl nicht so schnell vergessen, denn bis zum 14. Februar gilt der von der Regierung verhängte Lockdown. Was können Blumenfachgeschäfte aktuell tun, um doch noch Umsätze generieren zu können. Marketingberater Norbert Elgner fasst die Ereignisse zusammen und gibt Tipps für ein erfolgreiches Valentinsgeschäft.

Wie wird der Valentistag in diesem Jahr laufen? Marketingberater Norbert Elgner gibt einige Tipps. Foto: Norbert Elgner

Blumenbranche trifft es am Valentistag besonders hart

Am 19. Januar 2021 haben sich Bund und Länder auf eine Verlängerung des harten Lockdowns bis voraussichtlich 14. Februar 2021 verständigt. Genaugenommen wurde die Verlängerung noch mit weiteren, schärferen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verbunden (TASPO Online berichtete). Insbesondere auch vor dem Hintergrund von noch gefährlicheren SARS-CoV- 2-Mutanten aus Großbritannien und Südafrika. Die getroffenen Maßnahmen sind aus Sicht des Gesundheitsschutzes absolut notwendig, sie werden auch von dem überwiegenden Teil der Bevölkerung getragen. Allerdings verursachen sie enorme Kollateralschäden, unter anderem auch in der Wirtschaft. Mit der Verlängerung des Lockdowns bis 14. Februar, exakt dem Valentinstag, trifft es die Blumenbranche hart und zwar gleich in dreifacher Hinsicht. Bereits ein Sonntag als Valentinstag ist per se kein gutes Omen, dann auch noch Karnevalssonntag, wobei dieser der Pandemie sowieso zum Opfer fällt und schließlich noch der verlängerte, harte Lockdown, machen den Valentinstag 2021 für Blumenhändler zur Black Box. Dies umso mehr in Bundesländern, in denen die Läden geschlossen sind, der Geschäftsbetrieb lediglich in Form eines Werkstattbetriebes aufrecht erhalten werden darf, mit Auslieferungen und Abholmöglichkeiten, alles unter den strengen Hygieneauflagen. Soweit die Situation.

Valentinstag im Normalfall ein Highlight für die Blumenbranche

In jedem Jahr ist der Valentinstag am 14. Februar ein erster aktueller Gradmesser für den Stellenwert, den Konsumenten Blumen im neuen Jahr wieder beimessen. Im Osten unserer Republik hat er vielleicht noch nicht ganz die Bedeutung eines Frauentages erreicht, der am
8. März begangen wird. Über 80 Prozent der Bundesbürger kennen den Valentinstag als einen besonderen Tag, an dem man seiner Liebsten mit einem Geschenk seine Liebe bekundet. Aber auch andere liebe Menschen im Verwandtschafts- Freundes- oder Mitarbeiterkeis werden als Zeichen der Wertschätzung oft mit einem netten Geschenk überrascht. Traditionell spielen dabei Blumen, zwischen Verliebten vor allem rote Rosen, eine besondere Rolle. Die Umsätze an Schnittblumen sind an diesem Tag um ein Vielfaches höher als an einem normalen Verkaufstag. Aber bereits zu normalen Zeiten wird der Kuchen für den Fachhandel kleiner, denn LEH, Discounter und Baumärkte steigen zunehmend stärker ins Valentinsgeschäft ein. Abgesehen davon hinterlassen die oftmals überzogenen Preise, vor allem für rote Rosen, einen negativen Beigeschmack beim Konsumenten. Ebenso die oft just in time unsachlich geführten Medienberichte über Produktionsmethoden in den südlichen Rosenanbaugebieten. 2021 kommt nun noch der Lockdown hinzu. Ungünstiger kann es eigentlich kaum noch laufen. Dies nicht nur für den hiesigen Blumenhandel, sondern vor allem auch für die Produzenten in den Südbetrieben, die vermutlich einen erheblichen Teil ihrer Rosenernte gleich an Ort und Stelle entsorgen können.

Wie mit der Situation umgehen?

Es ist wie es ist. Jammern und Wehklagen führt nicht weiter, sondern es geht um die Frage, wie ist mit der Situation am besten umzugehen? Nun führt alleine ein verkorkster Valentinstag noch in keinem Blumengeschäft zum Ruin. Positiv zunächst ist, dass am Sonntag dem 14. Februar keine Auswahlmöglichkeit besteht, sich im LEH oder Baumarkt-Gartencenter einen Strauß zu kaufen. Bleiben außer dem Fachhandel, nur die Tankstellen als mögliche, marginale Kaufalternativen. Blumenvermittlerdienste wie Fleurop laufen dagegen ebenfalls über den Blumenfachhandel. Insofern darf aller Voraussicht nach zu Valentin mit einem Ansturm auf für den Blumen- und Pflanzenverkauf geöffnete Blumenläden gerechnet werden, wie etwa aktuell in NRW oder in Hessen. Deshalb sollte im Vorfeld überlegt werden:

  •     Sind alle Vorkehrungen zur Einhaltung der Corona-Regeln getroffen (AHA+L-Regeln)
  •     Welche Maßnahmen können zur Entzerrung des Kundenaufkommens getroffen werden?
  •     Sind verlängerte Öffnungszeiten am Sonntag möglich?
  •     Wie ist eine Vorverlegung von Einkäufen bereits auf den Samstag zu erreichen?
  •     Wie läßt sich der Anteil an Vorbestellungen erhöhen?
  •     Wird für das Vorbinden von Sträußen (Ideensträußen) in ausreichendem Maße gesorgt?

In anderen Bundesländern, in denen die Geschäfte geschlossen bleiben müssen, können dem Kunden nur Order & Collect- oder Click & Collect-Angebote gemacht werden. Letzteres befindet sich im Blumeneinzelhandel doch noch weitgehend in den Kinderschuhen. In vielen Fällen dagegen funktioniert das Order- und Collect-Prinzip recht gut. Kunden bestellen per Telefon oder e-Mail und entscheiden sich wahlweise für eine Abholung oder Anlieferung. Zu klären sind in diesem Falle:

  •     Funktioniert der Telefondienst respektive die Auftragsannahme?
  •     Werden zur Entscheidungsfindung auf Online-Portalen Objekte mit Preisen präsentiert?
  •     Ist der Fahrdienst für die Auslieferungen geregelt?
  •     Sollte ggf. ein Taxiunternehmen mit herangezogen werden?
  •     Werden die speziellen Regularien zu Valentinstag online rechtzeitig publik gemacht?
  •     Wird auch am POS rechtzeitig darauf hingewiesen?
  •     Werden außerdem für eine breite Streuung der Informationen, Anzeigen geschaltet?
  •     Sind die Zustellgebühren klar geregelt?
  •     Werden für die Zustellung zu Valentin in Coronazeiten, Sonderkonditionen eingeräumt ?
  •     Ist die Abholung für den Kunden klar geregelt?
  •     Werden bei Abholung durch den Kunden die geltenden Coronaregeln strikt eingehalten?
  •     Steht die Personaleinsatzplanung rund um den Valentinstag?

Starke Umsatzeinbußen sind zu erwarten

Für die außergewöhnliche Situation am Valentinstag 2021 gibt es keinen Vergleich. Vorauszusehen ist, dass es durch den von Bund und Ländern beschlossenen Lockdown bis zum Sonntag, 14.Februar zu starken Umsatzeinbußen kommen dürfte. Sie werden in jenen Bundesländern besonders hoch ausfallen, in denen die Geschäfte geschlossen bleiben und lediglich ein Liefer- und Abholservice angeboten werden kann. Die Umsatzverluste an Valentin sind zwar schmerzhaft, werden aber keinen Blumeneinzelhändler deshalb in den Ruin treiben. Wichtig ist, dass er auf jeden Fall seinen Kunden gegenüber Verkaufsbereitschaft signalisiert, ob - wo erlaubt- durch ein geöffnetes Geschäft, durch Order & Collect- oder Click & Collect-Möglichkeiten. Es gilt, im Vorfeld den Arbeitsablauf einschließlich der Kundenleitung für diesen außergewöhnlichen Valentinstag zu planen, stets unter Beachtung der geltenden Coronaregeln. Sicherheitshalber ist eine Rückfrage beim zuständigen Ordnungsamt anzuraten. Dies gilt etwa für den Fall, dass in der Region möglicherweise eine Inzidenz von über 200 Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen herrscht, da dann noch die 15-km-Regel als Beschränkungsradius für den Geschäftsbetrieb hinzukommt. Stand jetzt ist das geschäftlich Machbare an diesem außergewöhnlichen Valentinstag 2021 nur zu erreichen, wenn erstens die Bereitschaft da ist, verkaufen zu wollen, zweitens die Vorbereitung gut geplant wird und drittens die Umsetzung planmäßig funktioniert. Die Fuktionsfähigkeit der Lieferketten wird dabei vorausgesetzt.

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