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Valentinstag: Umsatzeinbußen durch den Wochenend-Termin

"Kein Strauß für die Geliebte", "Schlechter Termin für die Zweitfrau" oder "Blumen nur für die Angetraute" titelten die Tageszeitungen und sag- ten der Floristenbranche in diesem Jahr Umsatzeinbußen voraus, weil der Valentinstag auf einen Samstag fiel. Um 20 bis 30 Prozent sind tatsächlich die Umsätze abgefallen, bestätigt der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Deutscher Floristen (FDF), Michael Müller. Das sei nicht der Finanzkrise geschuldet, sondern wohl eher dem ausbleibenden Geschäft mit den Affären, mutmaßen die Zeitungen. Ihre Erklärung: Den Strauß für die Ehefrau kann der Mann einfach am Abend mit nach Hause nehmen. Aber wie beschenkt man seine heimliche Freundin, ohne dass die Sache auffliegt? Und was, wenn die Geliebte daheim ebenfalls einen Ehepartner hat? Also erhält sie ihren Strauß am Arbeitsplatz - nur das ist an einem Samstag, wie in diesem Jahr, nicht möglich. Ob man dieser Erklärung nun folgen mag oder nicht, klar ist, dass die Umsätze in diesem Jahr zu Valentin zurückgingen und dass dies mit dem Samstag in Verbindung steht. Bei einem hochgerechneten Umsatz mit Schnittblumen in der Valentinswoche von rund 110 Millionen Euro und weiteren 50 Millionen Euro für blühende Topfpflanzen, so meldet die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP), kein unerheblicher Batzen. Allerdings gilt es hier zu bedenken, dass die Floristen vor Valentin auch entsprechend teurer einkaufen müssen. Insgesamt wurden in Deutschland 2008 nach ZMP-Schätzungen knapp 3,2 Milliarden Euro für Schnittblumen ausgegeben, etwa genau so viel wie 2007. Spannend wird nun das nächste Jahr - 2010 fällt nämlich der Valentinstag auf Karnevals-Sonntag. "Schade", findet es die Geschäftsführerin des Floristen-Landesverbandes in Bayern, Barbara Storb, "dass mit dem Valentinstag nun nicht der erhoffte Motivationsschub nach der kargen Januarzeit" eingesetzt habe. Ein solcher psychologischer Kick hätte helfen können, das gute "Jetzt geht es aufwärts-Gefühl" von der Trendset in München und der IPM in Essen zu bewahren und weiter zu treiben. Stattdessen habe es hier und da negative Presseberichte gegeben, die Floristen vorwerfen, den Kunden am Valentinstag abzuzocken. Hier hat der Landesverband Bayern gleich reagiert. Er stellt seinen Mitgliedern ein Schreiben zur Verfügung, in dem die jeweilige Redaktion darauf hingewiesen wird, dass sie wohl mit zweierlei Maß misst: Prall gefüllte Lokale zu Valentin veranlassen offensichtlich nicht dazu, dies anzuprangern (im Übrigen, warum auch). Genauso möchten aber auch die Floristen die Wünsche ihrer Kunden nach einem floralen Valentinsgeschenk bedienen können, ohne im Kreuzfeuer zu stehen. Diese ganzen Diskussionen hat der Zentralverband Gartenbau (ZVG) umschifft und sich rechtzeitig in der Plenarwoche auf den Weg gemacht, seine Valentinsgrüße zu übermitteln. Inzwischen hat er angesichts seiner drei Standorte in Berlin, Brüssel und Bonn ein umfangreiches Programm bei der Vergabe der traditionellen Valentinsgrüße vor sich: Unter anderem erhielten Frühlingsgrüße die Bundeskanzlerin Angela Merkel, Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, Staatssekretär Gert Lindemann, die Parlamentarischen Staatssekretäre Ursula Heinen und Gerd Müller und erstmals auch die EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel.