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Verbände verdeutlichen Bedeutung von Friedhöfen

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Im Rahmen des Totensonntags in der vergangenen Woche machten die führenden Verbände des Friedhofswesens auf die Wichtigkeit von Friedhöfen in Zeiten der Corona-Pandemie aufmerksam. Sie dienen als Orte der Trauer und Ruhe und seien unverzichtbar.

Führende Verbände des Friedhofswesens nahmen den Totensonntag zum Anlass, um auf die Bedeutung von Friedhöfen hinzuweisen. Foto: Waldemar Brandt/ unsplash

Abschied in Zeiten von Corona

Am Totensonntag gedenken die Menschen traditionell den Verstorbenen, doch auch diese Tradition steht in diesem Jahr unter dem Einfluss von Corona. Vielen Menschen ist ein persönlicher Abschied 2020 verwehrt geblieben, da die Einschränkungen zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus‘ es nicht zuließen, gemeinsam Abschied zu nehmen. Friedhöfe als soziale Orte können laut einer gemeinsamen Pressemitteilung, die unter anderem vom Bundesverband Deutscher Bestatter, dem Bundesverband Deutscher Steinmetze und dem Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands herausgegeben wurde, helfen, indem sie menschliche Beziehungen und Gemeinschaft im Tod symbolisieren und Trauernde zusam­menführen. Besonders in Notzeiten sei dies ein Trost, der das Leiden am Verlust lindern kann.

Heilsame Wirkung des Trauerprozesses

Angehörige können Sterbende im Altenheim, Krankenhaus oder Hospiz nicht persönlich begleiten. Auch die Sterbenden selbst sind betroffen von den Einschränkungen und sind in der letzten Phase ihres Lebens trotz medizinisch guter Versorgung häufig sozial ausgegrenzt. Eine Begleitung in ihren letzten Tagen und Stunden von engen Angehörigen bleibe ihnen oftmals verwehrt. Es brauche Nähe, Berührung und darin Geborgenheit, wenn Menschen aus dem Leben scheiden. Mit einem gelungenen Abschied könne der Trauerprozess eine heilsame Wirkung entfalten.

Grabgestaltung zur Verarbeitung der Trauer

Die durch die durch sämtliche Einschränkungen entstandenen seelischen Verletzungen können schwer wiegen und können Trauernde noch lange Zeit beschäftigen. Im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr können aktuell deutlich mehr Trauernde an Beisetzungen teilnehmen. Dennoch gelten zahlenmäßige Beschränkungen, je nach örtlichen Gegebenheiten. Der Friedhof könne laut Verbände-Mitteilung wesentlich dazu beitragen, Traumata zu überwinden. Es können Rituale an der Grabstätte entstehen, die den innerlichen Abschied erleichtern können. Das Grab ist ein Ort, an dem Trauernde aktiv werden und dadurch in Kontakt zu den Toten treten können. Gestaltung und Pflege eines Grabes, ob von einem professionellen Friedhofsgärtner oder in Eigenregie können ebenso dazu beitragen, Gefühle wie Traurigkeit, Schuld oder auch Wut zu verarbeiten.

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