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Verbandsstrukturreform beim Gartenbauverband Nord

Die Delegierten des Gartenbauverbandes Nord (GVN) verabschiedeten einstimmig eine umfassende Reform der Verbandsstruktur im Rahmen des 4. Norddeutschen Gartenbautages 2011 am 2. März in Neumünster. Zwei Jahre intensive Diskussion auf allen Verbandsebenen gingen der jetzigen Entscheidung voraus.

Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane Rumpf dankte Präsident Andreas Lohff für eine hervorragende Zusammenarbeit zwischen ihrem Ministerium und dem Gartenbauverband Nord. Foto: GVN

Ziel der Reform ist es, unter dem Eindruck des anhaltenden Strukturwandels im norddeutschen Gartenbau die Leistungsfähigkeit des GVN als Dienstleister für seine rund 500 Mitgliedsbetriebe und Berater für Politik und Verwaltung zu sichern. Erreicht werden soll das Ziel durch folgende Maßnahmen:

-die Gremien und der Ehrenamtseinsatz werden gestrafft;

-die Kreisverbände werden durch drei Landesgruppen ersetzt und dadurch entlastet;

-Vorbereitung auf einen Regionalverband Norddeutschland (Kooperation und gegebenenfalls spätere Fusion mit dem Wirtschaftsverband Gartenbau Niedersachsen).

Folgende Änderungen ergeben sich:

Das Delegiertenprinzip wird abgeschafft. Mitglieder können direkt und gleichberechtigt in Fachgruppen, Landesgruppen und der Mitgliederversammlung mitwirken.

Bildung von drei Landesgruppen Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern zur Vertretung regionaler Interessen der Mitglieder in den Bundesländern und vor Ort. Die Landesgruppen wählen je einen Landespräsidenten und berufen bei Bedarf Kreisgärtnermeister.

Die Verbandsführung schrumpft um knapp zwei Drittel auf elf Mitglieder. Dem Präsidium gehören nun an: Vorsitzende der Fachgruppen (derzeit fünf), drei Landespräsidenten sowie der neue Vorstand, der aus Präsident, Vizepräsident und Schatzmeister besteht. Die Vorstandsmitglieder werden in der GVN-Mitgliederversammlung gewählt; die weiteren Präsidiumsmitglieder in ihrem jeweiligen Gremium.

Der Strukturwandel mit Mitgliederrückgang wird berücksichtigt. Es ist weniger Ehrenamt erforderlich, dadurch bleibt der Verband arbeitsfähig. Eine regionale Gliederung in einem länderübergreifenden Landesverband bleibt erhalten („Kümmern für das Gebiet“). Die Gliederung in Landesgruppen und Fachgruppen ist zukunftsfähig für die weitere Verbandsentwicklung.

Insbesondere im Hinblick auf die Schaffung eines Regionalverbandes Gartenbau Norddeutschland. Die Delegiertenversammlung wird zu einer Mitgliederversammlung. Dies erlaubt mehr direkte Demokratie und Mitwirkungsoptionen. Der neue Vorstand schrumpft und bildet ein flexibles Team in der Verbandsführung. Alle Interessengruppen sind gleichberechtigt im Präsidium vertreten.

 

Ziele der Gartenbaupolitik

In seiner Ansprache vor rund 150 Delegierten und Gästen, darunter Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane Rumpf, formulierte Andreas Lohff, Präsident GVN, Eckpunkte einer Gartenbaupolitik für den grünen Berufsstand, darunter einen bezahlbaren Energieeinsatz, eine praxisgerechte Umweltgesetzgebung und verstärkte Präsenz des Gartenbaues in Brüssel.

Zum Thema „Grünes Dach“ sagte Lohff, er setze sich dafür ein, dass es faire Gespräche mit allen Partnern, mit allen Fachverbänden gebe. Ein neuer Spitzenverband für den deutschen Gartenbau habe nur dann Sinn, wenn er fachlich leistungsfähig sei und über die dafür erforderlichen Ressourcen verfüge und diese gerecht verteilt finanziere.

Eine reine Show-Veranstaltung, „Ein Dach um des Daches Willen“, lehnt er ab. „Dann sollte auch in Zukunft der Zentralverband als Dachverband für den Gartenbau in Deutschland die Belange des Berufsstandes bündeln und an die Politik weitertragen“, so Lohff weiter.

Ministerin Rumpf begrüßte die Strukturreform des GVN und kündigte weitere politische Unterstützung zu Fragen wie der Grund- und der Versicherungssteuer an.

Mehr Infos zum Verband unter www.gartenbauverband-nord.de