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Vereinbarung zu invasiven Arten: ZVG und BMU geben Empfehlungen für Gärtner, Planer und Verwender

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) und das Bundesumweltministerium (BMU) haben vergangene Woche eine Vereinbarung unterzeichnet, die Empfehlungen für den Umgang mit invasiven Arten gibt. Gärtnern, Planern und Verwendern werden damit "Verhaltensregeln" an die Hand gegeben, die je nach Gefährdungspotenzial variieren und im Pflanzenhandel beachtet werden sollen. Das bekannteste Beispiel einer invasiven Art dürfte der inzwischen aus dem Handel genommene Riesen-Bärenklau sein, der sich aggressiv an Flüssen und Bächen ausbreitet und dort die natürlicherweise vorhandene Vegetation beeinträchtigt oder sogar verdrängt. Andere, als invasiv eingestufte Arten sind bisher nur regional in der freien Natur zu finden.

In der vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geführten Liste, auf der die Empfehlungen aufbauen, finden sich circa 40 dieser Arten, Zierpflanzen und Gehölze, die in Deutschland aus Naturschutzsicht problematisch sind. Für den Gartenbau sind zahlreiche Arten der dort gelisteten invasiven Pflanzen, beispielsweise Buddleja davidii, teilweise von Bedeutung. Für diese Arten hat der ZVG zusammen mit dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) und dem Bund deutscher Staudengärtner (BdS), in Abstimmung mit dem BMU und BfN, Empfehlungen zum Umgang in der gärtnerischen Produktion und zur Verwendung beim Kunden erarbeitet.

Die geringe Zahl von etwa 40 Arten erlaubt, so geht es aus der unterzeichneten Empfehlung hervor, im jeweiligen Einzelfall und unter Berücksichtigung des jeweiligen Standortes zu bewerten und zu handeln. Betont wird, dass keinesfalls pauschale Bewertungen und Maßnahmen durchgeführt werden sollen, sondern, dass sie art- und situationsbezogen durchzuführen sind. Die Empfehlungen sind nach einer kurzen, dem BfN-Internethandbuch NeoFlora entnommenen Beschreibung der Art aufgebaut und reichen vom Verzicht im Sortiment bis hin zu standortbezogenen Handlungsanleitungen.

Besondere Bedeutung hat die Verwendung geeigneter Arten in der freien Landschaft. Neben den Produzenten seien deshalb auch, so heißt es, die Fachleute aus den Bereichen Planung gefordert, auf eine artspezifische Verwendung unter Berücksichtigung des Standortes zu achten. Die Empfehlung steht auf der Internetseite des BMU (www.bmu.de) oder auf der Internetseite der TASPO (www.taspo.de) zum Herunterladen bereit.