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Vermittlungszahlen: Betrieblicher Wandel erfordert mehr Saisonkräfte

Auch die Strukturveränderungen in der Landwirtschaft und im Gartenbau wirken sich auf den Bedarf an Saisonkräften aus. Die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorgestellte und an die Arbeitsagenturen gerichtete "Arbeitshilfe Saisonbeschäftigung" weist auf diesen Zusammenhang hin und nennt auch Zahlen, wie stark der Bedarf zugenommen hat. Wie das Papier feststellt, führen die Strukturveränderungen dazu, dass die Betriebe nicht mehr nur landwirtschaftliche Produkte erzeugen und ernten. Sie verpacken, etikettieren und liefern teilweise auch direkt an die Niederlassungen des Einzelhandels. Dabei unterlägen sie seitens des Groß- und Einzelhandels einem ungeheuren Preis-, Vertrags- (Liefermenge) und Termindruck. Dies bedinge einen organisierten Arbeitsablauf und eine Organisationsstruktur vergleichbar mit mittelständischen Betrieben. Die Betriebe seien deshalb in hohem Maß auf verlässliche Arbeitskräfte angewiesen, die nicht nur in der unmittelbaren Ernte, sondern auch beim Sortieren, Verpacken, Transport und Verkauf eingesetzt werden. Parallel zum betrieblichen Wandel habe die Saisonbeschäftigung stetig zugenommen. 2004 habe die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) insgesamt 324034 Einstellungszusagen-Arbeitsverträge für Saisonarbeitnehmer (ohne Schaustellergehilfen) bearbeitet - nach 309469 im Jahr 2003 und 298102 im Jahr 2002. Davon wurden 2004 allein in den Monaten Februar bis Mai 59,5 Prozent erteilt, nach Nationalitäten kam der überragende Teil mit 86,4 Prozent aus Polen, gefolgt von Rumänien mit 7,5 Prozent.