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Verschärfte Düngeverordnung zunächst vertagt

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Für viel Diskussionsstoff sorgte die Verschärfung der Düngeverordnung.  Mitten in der Corona-Krise stimmte der Bundesrat nun einer der EU-Kommission vorgelegten Novelle der Verordnung zu. Diese gewähre allerdings eine längere Frist, als ursprünglich vorgesehen. Dennoch sorgt die Düngeverordnung weiterhin für Kritik.

Sorgt weiterhin für Diskussionsstoff, die Düngemittelverordnung. Foto: Franz W. / Pixabay

Neue Düngeverordnung erst zum 1. Januar 2021

Dem aktuellen Beschluss von Bund und Ländern war zunächst eine Einigung zwischen Bundesregierung und EU-Kommission vorangegangen, um etwaige Strafzahlungen zu umgehen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Herausforderungen für die Landwirtschaft, soll den Unternehmen nun aber mehr Zeit für die Umsetzungsschritte gegeben werden. Dem stimmte der Zentralverband Gartenbau (ZVG) grundsätzlich zu und begrüße diese Regelung. Laut Beschluss sollen Teile der neuen Düngeverordnung erst zum 1. Januar 2021 umgesetzt werden und nicht wie ursprünglich vorgesehen drei Monate früher.

Wichtige fachliche Unzulänglichkeiten bleiben

„Wir haben uns wiederholt und mit Nachdruck für eine Berücksichtigung der Anforderungen im Gemüsebau ausgesprochen“, erklärt ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Unter einer pauschalen Düngung unter Bedarf werden laut ZVG die Warenqualitäten leiden und damit sei auch die Vermarktungsfähigkeit bedroht. Dadurch würde die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Gemüsebaues im Vergleich zum europäischen Anbau deutlich geschwächt und sei kontraproduktiv im Sinne der „Lebensmittelverschwendung“, betont der ZVG in einer Meldung. Auch beim Deutschen Bauernverband (DBV) trifft die Regelung auf Kritik. „Wir stehen eindeutig zum Gewässerschutz. Aber diese Verordnung ist fachlich mangelhaft: Eine bedarfsgerechte Düngung der Kulturpflanzen und Zwischenfrüchte ist zukünftig nicht mehr möglich. Dies wird Qualität und Erntemenge negativ beeinflussen und letztendlich die gesamte Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung schwächen“, kritisiert DBV-Präsident Joachim Rukwied.

Ausbringungsverbot wird kritisch gesehen

Der ZVG blicke zudem kritisch auf das vorgeschlagene Ausbringungsverbot für Festmiste oder Komposte vom 1. November bis zum Ablauf des 31. Januar. Dies führe insbesondere für die Betriebe, die in diesem Zeitraum Erntereste wieder auf ihren Flächen ausbringen für erhebliche Erschwernisse. Dazu gehören zum Beispiel in den Gewächshäusern angefallene Reste von Tomaten-, Paprika- und Gurkenpflanzen sowie für Betriebe, die Putzabfälle nach der Aufbereitung etwa von Porree und Kopfkohlen. Auch die Pilzbetriebe, die den Kompost der Produktion auszubringen haben, sehe der ZVG hier in Mitleidenschaft gezogen.

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