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Verschlechterung bei Mittelstandskrediten?

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Der Bundesrat warnt vor einer Verschlechterung bei der Vergabe von Krediten an kleine und mittelständische Unternehmen, die durch die Reform der Bankenaufsicht entstehen könnte.

Der Bundesrat befürchtet, dass mittelständische Unternehmen bald mehr Eigenkapital vorweisen müssen, um einen Kredit zu erhalten.

Mittelständische Kreditnehmer könnten bald mehr Sicherheiten bieten müssen

Das Gremium setzte sich heute kritisch mit der Nachkrisenreformagenda des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht auseinander, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Das Punkteprogramm fasst zusammen, welche Maßnahmen die Solidität der Banken und die Stabilität des gesamten Sektors erhöhen. Bei den aktuellen Reformplänen des Ausschusses stehen nun vor allem die aufsichtsrechtlichen Vorgaben zur Risikomessung und zur Eigenkapitalanforderung bei den Banken im Vordergrund.

Nun befürchtet der Bundesrat, dass Banken künftig mehr Sicherheiten von mittelständischen Kreditnehmern fordern könnten. So werde die Kreditvergabe erschwert und verteuert zugleich. Gerade in der derzeitigen Niedrigzinsphase habe dies negative Auswirkungen auf die Finanzierungsmöglichkeiten des Mittelstandes, der jedoch in besonderem Maße auf Bankkredite angewiesen sei.

Kleinteilige Struktur der Kreditwirtschaft wichtig in der Krise

Der Bundesrat möchte, dass mittelständische Unternehmen auch weiterhin nur vergleichsweise wenig Eigenkapital einbringen sollen, um einen Kredit zu erreichen. Gerade die kleinteilige Struktur der deutschen Kreditwirtschaft habe sich in der Finanzkrise 2008/2009 als äußerst stabilisierend erwiesen. Damit Sparkassen sowie kleine und mittelständische Banken nicht überfordert würden, sei eine konsequente Anwendung des Proportionalitätsprinzips bei der Bankenregulierung notwendig.

Die Bundesregierung solle sich für eine entsprechende Regelung einsetzen. Außerdem bittet der Bundesrat darum, die Landesförderbanken von der europäischen Regulierung auszunehmen.