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VGL NRW: Nachwuchs-Werbung für die Zukunft

Rund 30 Garten- und Landschaftsbau-Fachschüler aus Osteuropa wurden in der Deula Westfalen-Lippe fit gemacht für ihre Gastgeber in Nordrhein-Westfalen. Die Gäste im Alter zwischen 18 und 20 Jahren kamen aus Estland, Lettland, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarn. Sie wollten in Landschafts- und Gartenbau-Betrieben in ganz NRW die berufliche Praxis, aber auch Land und Leute kennenlernen. 

GaLaBau-Fachschüler aus sechs Ländern Osteuropas als Gäste des VGL NRW. Foto: Deula

Das Projekt lief unter der Federführung des „Verbandes Landschafts-, Garten- und Sportplatzbau NRW“ (VGL NRW). Der Grund: „Wir sind an sich noch gut aufgestellt, was die Zahl der Auszubildenden in unseren Betrieben angeht“, erklärte Reinhard Schulze-Tertilt, Präsidiumsmitglied des VGL NRW und selbst Arbeitgeber aus Everswinkel. „Aber wir wissen, was demografisch auf uns zukommt. Und der Verband und seine Betriebe müssen sehen, wo in Zukunft die Mitarbeiter herkommen!“

Das könnten nicht nur die Länder Osteuropas sein, sondern durchaus auch Spanien, erklärte Jutta Lindner-Roth, die Referentin für Nachwuchswerbung beim VGL NRW: „Wir erhoffen uns, dass die jungen Leute zuhause auch ein bisschen Werbung für unsere Betriebe machen. Immerhin investieren wir viel in dieses Pilotprojekt. Es wäre schön, wenn sich daraus nachhaltige Kontakte und weitere Besuche ergeben!“

Zwar wurde das Projekt von der Landesregierung kofinanziert, aber der Großteil wurde vom Verband und seinen Mitgliedsbetrieben aufgebracht. Fahrtkosten, Unterkunft, zum Teil in Hotels und Pensionen, das Programm in der Deula, die Arbeitsschutz-Ausrüstung und ein attraktives Begleitprogramm schlugen mit rund 50.000 Euro zu Buche, dazu kam der Praktikumslohn, den die Schülerinnen und Schüler während der Arbeit in ihren Ausbildungsbetrieben erhielten.

Die Deula Westfalen-Lippe diente als Startpunkt des auf drei Wochen befristeten Aufenthaltes der Schülerinnen und Schüler. Das bot sich einerseits wegen der dort vorhandenen Infrastruktur an, anderseits aber auch deshalb, weil sie als Bildungszentrum für Auszubildende und auch für erfahrene Mitarbeiter der GaLaBau-Branche einen hervorragenden Ruf genießt. Hier wurden die Gäste eingeführt in die Organisation und die Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau in Deutschland. Zudem wurden die Gäste auf ihre Arbeit in den Betrieben vorbereitet und – wenn nötig – mit Spezialkleidung versorgt.

Unterrichtet wurden die Schülerinnen und Schüler in Englisch. Aber auch dort, wo es mit dem Englischen etwas hapert, wussten sich die jungen Leute zu helfen, dolmetschten sich gegenseitig. Auch der Projektleiter bei der Deula in Warendorf, Rudolf Horstmann, war von der Motivation und vom Ausbildungsstand der jungen Leute überrascht: „Während unserer Einführung hat sich gezeigt, dass die allermeisten unserer Gäste schon sehr geschickt und erfahren im Umgang mit den gartenbaulichen Arbeiten und Werkzeugen sind. Die machen ihre Sache sehr gut!“

Dieses Lob wiegt umso schwerer, weil die Gäste nicht nach dem dualen Ausbildungssystem wie in Deutschland ausgebildet werden, sondern in Berufsfachschulen, ohne den hier üblichen praktischen Lernanteil in den Ausbildungsbetrieben.

Nach knapp zwei Tagen Vorbereitung wurden die Besucher von ihren Arbeitgebern aus ganz NRW in Warendorf an der Deula abgeholt. Sie sollen in den Betrieben eine ihrem Ausbildungsstand angemessene Leistung erbringen und so unter Realbedingungen die Arbeit in Deutschland kennenlernen. Den Abschluss fand die Aktion am letzten Aprilwochenende in der Berufsfachschule in Münster-Wolbeck, wo alle Akteure und Teilnehmer Bilanz zogen. (ts)