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Video: Brauchen wir eine neue Führungskultur?

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„Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber, so wie wir sie noch kennen, wird es in Zukunft nicht mehr geben“, sagt Experte Karl Heinz Dautz. Inwiefern muss sich also Führungskultur anpassen – nicht nur in der Grünen Branche – um diese Herausforderung zu meistern?

Eine der großen Herausforderungen für Betriebe und Führungskräfte besteht darin, die nachkommenden Generationen nachhaltig für die Arbeit im Unternehmen zu begeistern. Foto: Pixabay

Neue Führungskultur wird förmlich erzwungen

Digitalisierung, Globalisierung und demographischer Wandel verändern das Arbeitsumfeld massiv, alle diese Entwicklungen lassen sich unter dem Begriff „New Work“ zusammenfassen. „Eine neue Führungskultur wird förmlich erzwungen“, so Unternehmensberater und Zielcoach Karl Heinz Dautz. Schließlich würden derzeit alle Faktoren zugleich auf Betriebe einwirken, die nach neuem Personal suchen oder ihren Mitarbeiterstamm halten möchten.

Eine der großen Herausforderungen für Betriebe besteht darin, die nachkommenden Generationen nachhaltig für die Arbeit im Unternehmen zu begeistern. „Es wird ja immer gesagt, dass die Generation Y verweichlicht ist oder kein Senioritätsprinzip kennt“, sagt Dautz. Eine Sichtweise, die die tatsächlichen Gegebenheiten nur extrem zugespitzt wiedergibt.  

Jobangebote jederzeit leicht verfügbar

Dadurch dass der Wettbewerb unter den Betrieben steigt qualifiziertes Fachpersonal zu gewinnen, haben potenzielle Bewerber viel mehr Auswahlmöglichkeiten. Durch soziale Medien werden diese Jobangebote direkt an junge Menschen herangetragen. So ist auch die „Versuchung“ ein besseres Angebot anzunehmen immer vorhanden.

„Die Loyalität gegenüber dem Betrieb und der Aufgabe sinkt enorm“, beobachtet Dautz. Innovation und Innovationsfähigkeit vor allem im Hinblick auf die Gewinnung neuer Arbeitnehmer oder Führungskräfte werde als für alle Unternehmen in Zukunft gefragt sein. „Man muss sich vorstellen, dass die nachkommende Generation vom Internet sozialisiert und miterzogen wurde“, sagt der Unternehmensberater.

Die junge Generation braucht Bestätigung

So sei es keine Seltenheit, dass Arbeitnehmer schon beim Start ins Berufsleben über jahrelange Programmiererfahrung verfügen, zum Beispiel weil sie einen Blog betreiben. „Junge Menschen bekommen über viele Kanäle Bestätigung, zum Beispiel ein Like auf Facebook nur fürs Kaffekochen. Ihre Welt ist aufregend. Du kannst ihnen nicht einfach einen Besen in die Hand drücken und dich dann acht Stunden nicht mehr um sie kümmern“, ist sich der Zielcoach sicher.

Zudem wollen die jungen Generationen in Entscheidungen, auch strategischer Natur, eingebunden werden. Dies entspreche nicht der Denkweise der älteren Generationen. Auch die Sichtweise auf einen erfüllenden Job ändert sich laut Dautz. So stehe der Sinn nun im Vordergrund und nicht die kontinuierliche Lohnauszahlung.

Wie muss Führung künftig funktionieren?

„Führung funktioniert ja schon in der Schule nicht mehr. Unser Schulsystem ist einfach veraltet. Wie sollen Lehrer führen, wenn sie nur Wissen vermitteln, das im Internet zu jeder Zeit einfach verfügbar ist“, sagt Dautz. Vielmehr müssten Lehrbeauftragte Inhalte bewerten und einen kritischen Umgang mit Information an die Hand geben. Führung auf schulischer wie betrieblicher Ebene dürfe nicht gegen soziale und kulturelle Normen verstoßen. „Und eben diese Normen befinden sich derzeit in einem radikalen Wandel“, so der Unternehmensberater weiter. Die Führungskultur habe sich diesen Veränderungen aber bisher nicht angepasst. „Ein solcher Schritt dauert Jahre“, weiß Dautz.

„Change Management und Führung in digitalen Zeiten – brauchen wir eine neue Führungskultur?“ Diesem Thema widmete sich Referent Karl Heinz Dautz, Unternehmensberater und Zielcoach, auf der TASPO-Bühne im Forum Gartencafé, welches im Rahmen der spoga+gafa 2018 in Köln stattfand.

Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Video oder im kommenden TASPO Gartenmarkt, den Sie zusammen mit TASPO 41/2018 in unserem Haymarket Shop digital abrufen können. Erscheinungstermin ist der kommende Freitag, 12. Oktober.