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Voice Commerce: „Bestellen per Stimme noch mühselig“

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Was können Händler tun, um die neuen Digital-Modelle im Handel rechtzeitig in ihre Strategien einzubinden? Das erklärt Cetin Acar, Projektleiter im Forschungsbereich IT beim EHI Retail Institute Köln, in seinem Vortrag auf der spoga+gafa. TASPO GartenMarkt sprach mit ihm im Vorfeld über Voice Commerce via Alexa & Co.

„In Zukunft könnten Chatbots beim Einkaufen – auch im Store – beraten und Empfehlungen aussprechen“, glaubt Cetin Acar. Foto: EHI

Herr Acar, Sie haben sich in Ihrer EHI-Studie intensiv mit dem vernetzten Store befasst. Welche Bedeutung messen Sie dem Voice Commerce bei, also dem Bestellen via Sprachassistenten wie Alexa & Co.?

Bestellen per Stimme ist aktuell noch mühselig. Aber immer mehr Händler machen erste Gehversuche und entwickeln Anwendungen, die Rezepte vorschlagen oder Einkaufslisten verwalten.

In Zukunft könnten Chatbots beim Einkaufen – auch im Store – beraten und Empfehlungen aussprechen. Die Technologie ist den Verbrauchern von Sprachassistenten wie Amazons Alexa, Googles Assistant oder Apples Siri ja bereits vertraut und kommt immer stärker im Alltag zum Einsatz.

Wo sehen Sie Chancen, wo Barrieren in der Umsetzung des Bestellens via Sprachassistenten?

Die Systeme sind noch nicht fertig mit ihrer Entwicklung und aktuelle Beispiele teilweise noch „Spielerei“. Auch fehlende Standards unter anderem beim Check-out sind noch Hemmnisse. Durch die immer kürzeren Innovationszyklen ist es aber letztlich eine Frage der Zeit, wann diese Anwendungen ausgereift sein werden. Daher gilt es den Markt genau zu beobachten und gegebenenfalls erste Schritte zu machen.

Für ein gutes Shopping-Erlebnis müssen die Anwendungen flexibel auf die Angaben des Verbrauchers eingehen und gegebenenfalls den Kontext selbstständig erkennen. So muss man beispielsweise in neuen Autos den Sprachassistenten nicht mehr fragen: „Wo ist die nächste Tankstelle?“ Man sagt „Ich möchte tanken“ und das Navigationssystem sucht die nächste Tankstelle heraus.

Inwieweit sind Händler jetzt gefordert, zu agieren?

Händler sollten zum Beispiel im Alexa-Skill-Store von Amazon oder ähnlichen zumindest mit einem eigenen Skill vertreten sein, um nicht den Anschluss zu verpassen. Gerade durch erste Umsetzungen können mit vergleichsweise wenig Aufwand wertvolle Erfahrungen für die nächsten Evolutionsstufen gesammelt werden.

Neue Kundengruppen werden dadurch angesprochen und aktuelle durch einen weiteren Kommunikationskanal gebunden. Die Strategie nicht selber zu entwickeln, sondern auf Sprachassistenten/Skills von anderen Anbietern zu setzen, ist natürlich auch möglich. Diese Systeme werden aber wohl im Zweifel Eigenmarken und Produkte ihres Herstellers empfehlen.

Cetin Acar im Forum Gartencafé

Der lange Weg zum vernetzten Store – welche Digitalmodelle machen das Rennen? Die individualisierte Kundenkommunikation, Services wie Instore Navigation, die Interaktion mit dem Smartphone der Kunden, Chatbot oder gar vollautomatisierte Store Konzepte wie AmazonGo? Zu diesem Thema referiert Cetin Acar am 3. September von 13:30 bis 14.00 Uhr im Rahmen des von TASPO GartenMarkt zusammen mit der Koelnmesse organisierten Vortragsprogramms im Forum Gartencafé.

Nutzen Sie die Chance, und stellen Sie dem Experten dazu auf der spoga+gafa Ihre Fragen!

Zur Person

Cetin Acar ist Projektleiter im Forschungsbereich IT beim EHI Retail Institute, einem wissenschaftlichen Institut des Handels. Nach einer Ausbildung im Einzelhandel und Studium der Betriebswirtschaftslehre an der TH Köln arbeitete er bei einem Anbieter für Prognose- und Dispositionssysteme, bevor er 2004 zum EHI Retail Institute wechselte. Dort arbeitet er im Forschungsbereich IT an den verschiedenen Fragestellungen und Themen der Handels-IT.