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VSSE zieht Zwischenbilanz bei Erdbeeren

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Nach einem zögerlichen Saisonstart, der geprägt war von kühlen Temperaturen und wenig Sonnenschein, sowie dadurch bedingt mit geringen Erntemengen und hohen Preisen stabilisierten sich die Mengen im weiteren Verlauf. Dennoch scheint die Saison viele Herausforderungen bereit zu halten.

Den Folientunneln sei es zu verdanken, dass die Erdbeerenernte durch die späten Frostnächte nicht zerstört wurden. Foto: VSSE/ Christoph Goeckel

April und Mai zu kalt, Juni zu regenreich und warm

Der April und auch noch der Beginn des Mais sorgten mit kühlen Temperaturen für einen verspäteten Erntebeginn bei Erdbeeren, sowohl im Tunnel als auch im Freiland. Die Erdbeerproduzenten sahen sich gezwungen, die Erdbeerfelder während der Frostnächte abzudecken, um das Erfrieren der Blüten und damit den Ernteausfall zu verhindern. Im Juni forderten Starkregen und sommerliche Temperaturen über 30 Grad Celsius die Anbauer:innen erneut heraus, ihre Früchte vor den Witterungsbedingungen zu schützen. „Aufgrund des Frostes und der Kälte im April und Mai war es der Tunnel, der in dieser Saison die Ernte gerettet hat. Corona bedingt standen die Betriebe unter größerem Stress, aber sie haben die Situation gut gemeistert. Es war kein einfaches, aber für viele Betriebe ein gutes Jahr,“ resümiert Katrin Hetebrügge, Anbauberaterin in Hessen.

Schlechteres Jahr als 2020

Insgesamt scheinen die Anbauer:innen die Saison etwas schlechter zu bewerten, als im vergangenen Jahr. „Die ersten vier Wochen waren gut, dann brachte die große Hitze hohe Erntemengen und damit einen Preissturz mit sich, von dem sich der Erzeugermarkt nicht mehr erholt hat“, erklärt Christof Steegmüller, Erdbeerproduzent und Erdbeeranbauberater aus Baden-Württemberg. „Witterungsbedingt hat die Freilandware teilweise schlechte Qualitäten, da es starke Niederschläge gab. Um den 10. Juni haben sich zeitlich verschiedene Erdbeer-Sätze so zusammengeschoben, dass nun viel Ware am Markt ist und die Preise stark zurückgegangen sind“, erläutert Ludger Linnemannstöns, Erdbeeranbauberater aus Nordrhein-Westfalen die Sachlage für die Produzent:innen. Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) haben auch die Verbraucher:innen rund 45 Prozent weniger Erdbeeren gekauft als im Vorjahr. Preislich lag der durchschnittliche Konsumentenpreis über alle Vermarktungswege hinweg im April mit 7,15 Euro pro Kilo Erdbeeren 0,13 Euro höher als 2020, im Mai waren es 8,10 Euro pro Kilo und damit 1,46 Euro mehr als im Vorjahr.

VSSE kritisiert Lebensmitteleinzelhandel

„Die Erdbeersaison hatte es auch in diesem Jahr in sich. Aufgrund der niedrigen Erntemengen zu Saisonbeginn hielt sich der Lebensmittelhandel mit der Planung von Angeboten deutscher Erdbeeren zurück oder bot gleichzeitig Erdbeeren aus mehreren Herkunftsländern an. Das führte dazu, dass mit dem Temperaturanstieg Anfang Juni Mengen aufliefen, die schwierig Absatz fanden, und für einen großen Preisverfall für die Erzeuger sorgte. Wir erwarten, dass der Lebensmitteleinzelhandel flexibler reagiert und Angebote für heimische Erdbeeren fährt, gerade wenn Haupternte ist“, kritisiert Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE).

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