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Wacker Neuson: Stühlerücken im Vorstand

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Im Vorstand von Wacker Neuson kommt es zu einschneidenden Veränderungen. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, wird CEO und CTO Martin Lehner zum Jahresende aus persönlichen Gründen aus dem Führungsgremium ausscheiden. Vorzeitig dem Vorstand den Rücken kehren wird zudem CFO Wilfried Trepels, der zum Monatsende sein Mandat niederlegt.

Vorstand von Wacker Neuson war zum 1. Oktober erst erweitert worden

Ende September hatte Wacker Neuson noch bekanntgegeben, dass das Unternehmen den Vorstand mit dem Eintritt von Felix Bietenbeck als neuer Chief Operations Officer (COO) zum 1. Oktober von drei auf vier Positionen vergrößern wird. Damit habe der Aufsichtsrat auf das hohe Wachstum der vergangenen Jahre reagiert und wolle den zunehmenden Führungs- und Organisationsaufgaben Rechnung tragen, wie es in der Firmenmitteilung zur Erweiterung des Vorstands hieß. Als „wichtigen Schritt bei der internen Umstrukturierung unserer Gruppe“ hatte CEO Martin Lehner die personelle Aufstockung des Gremiums bezeichnet.

Knapp zwei Monate später habe der Vorstandsvorsitzende Lehner dem Aufsichtsrat nun mitgeteilt, dass er „aus persönlichen Gründen für eine Verlängerung seines am 31. März 2021 auslaufenden Vertrages nicht zur Verfügung steht“, wie es in der Presseerklärung von Wacker Neuson heißt. „Der Aufsichtsrat der Wacker Neuson SE bedauert die Entscheidung von Herrn Lehner sehr und dankt ihm ausdrücklich für sein hohes persönliches Engagement. Während seiner überaus erfolgreichen, langjährigen Vorstandstätigkeit hat er die Internationalisierung der Gruppe und die Erschließung neuer Wachstumsfelder vorangetrieben sowie die Unternehmensstrategie zusammen mit dem Gesamtvorstand kontinuierlich weiterentwickelt“, so der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Neunteufel.

Mit Lehner verliere Wacker Neuson „einen angesehenen Vorstandsvorsitzenden, der das Unternehmen mit seinem Engagement, Fachwissen und seiner Innovationskraft geprägt hat“, so Neunteufel. Mehr als 30 Jahre war Lehner für die Unternehmensgruppe und deren Vorgängerfirmen in verschiedenen Führungsfunktionen tätig. Unter anderem restrukturierte er die Kramer-Gruppe noch vor der Fusion der Wacker Construction Equipment AG mit der Neuson Kramer Baumaschinen AG und richtete diese komplett neu aus. Ab 2007 war er Mitglied des Vorstands der neu entstandenen Wacker Neuson SE, 2017 übernahm er deren Vorsitz.

Lehner ein „Innovationstreiber und Techniker“

Geprägt habe Lehner das Unternehmen darüber hinaus als Innovationstreiber und Techniker. Dank seinem „herausragenden technischen Verständnis, seinem Gespür für Innovation und seiner Leidenschaft für Baumaschinen, ist Wacker Neuson heute technologischer Vorreiter im Bereich der elektrifizierten Baugeräte und Kompaktmaschinen“, wie Neunteufel erklärt. Mit großem persönlichen Einsatz im Bereich der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle sowie einer Vielzahl weiterer Initiativen habe Lehner „den Grundstein für die Transformation der Wacker Neuson Group von einem produktionsorientierten zu einem softwareorientierten Unternehmensverbund gelegt. Damit sehen wir unsere Gruppe für die Herausforderungen der nächsten Jahre bestens aufgestellt“, so der Aufsichtsratsvorsitzende.

Nachdem der Baugeräte- und Kompaktmaschinen-Hersteller wie viele andere Unternehmen auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren bekommen hatte und beispielsweise der Umsatz im dritten Quartal 2020 um 16,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahrs lag, habe Lehner mit der Erarbeitung einer neuen, schlanken und agilen Führungs- und Organisationskultur zuletzt dazu beigetragen, die Unternehmensgruppe langfristig noch widerstandsfähiger und erfolgreicher aufzustellen, wie es seitens des Konzerns heißt. Nichtsdestotrotz sah Lehner laut Firmenmitteilung „nach vielen erfolgreichen Jahren, in denen die Wacker Neuson Group zu einem führenden Hersteller von Baugeräten und Kompaktmaschinen gewachsen ist“, für sich die Zeit gekommen, „mich neuen Aufgaben und Herausforderungen zuzuwenden“, wie der Vorstandsvorsitzende sein Ausscheiden erklärt. „Die hohe Innovationskraft unserer Gruppe bei wichtigen Zukunftsthemen wie emissionsfreien Baumaschinen und Digitalisierung, die mir immer eine persönliche Herzensangelegenheit waren, erfüllt mich mit Stolz. Ich bin mir sicher, dass die Mitarbeiter diesen Spirit auch in Zukunft leben werden“, so Lehner, der den Angaben zufolge noch bis März 2021 in beratender Funktion für Wacker Neuson tätig sein wird, um einen geordneten Übergang zu ermöglichen. Den Vorstandsvorsitz als CEO wird ab dem 1. Januar 2021 interimsweise Kurt Helletzgruber übernehmen, der vom Aufsichtsrat bis zum 30. Juni 2021 in den Vorstand delegiert wurde.

Auch CFO Trepels verlässt Vorstand der Wacker Neuson Group

Helletzgruber wird darüber hinaus bereits ab dem 1. Dezember auch vorrübergehend das Vorstandsressort Finanzen übernehmen. Denn neben Lehner wird auch CFO Wilfried Trepels vorzeitig aus dem Führungsgremium ausscheiden, wie Wacker Neuson am 18. November erklärte. Laut Firmenmitteilung habe Trepels dem Aufsichtsrat mitgeteilt, „dass er aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur Unternehmensführung für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung stehe“ und sein Vorstandsmandat zum 30. November niederlegen werde.

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