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Wandel im Handel: neue Geschäftskonzepte in der City

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Der Online-Handel ist der größte Wachstumstreiber im Handel. Das weist die im Auftrag der Messe Frankfurt durchgeführte IFH-Studie „Status Quo – Handel Deutschland“ aus. Die Ausweitung des E-Commerce wird demnach in besonderem Maße den Fachhandel betreffen, zu dem auch Gartencenter gehören. Doch zeichnet sich in Innenstädten eine Trendwende ab.

Sorgfältig kuratierte Sortimente machen den Reiz der neuen Innenstadt-Geschäfte aus. Am Stand von Gehlmann gab es dazu auf der Tendence Impulse. Foto: Irene Seidel

Internet verändert Kundenansprache – stationärer Handel muss reagieren

Wo kaufen Konsumenten heute und künftig ein und wie kann der stationäre Fachhandel die Chancen der Digitalisierung nutzen, um erfolgreich in der Zukunft bestehen zu können? Wie die Studie des IFH Köln zeigt, wird die Dynamik des Internets auch weiterhin Einkaufsprozesse und Kundenansprache stetig und ständig verändern.

Die deutschen Verbraucher sind in Kauflaune. 2017 trug der inländische Konsum mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 595 Milliarden Euro zum achten Mal in Folge zu einer positiven Umsatzentwicklung des deutschen Einzelhandels bei. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Wachstumsrate von 4,2 Prozent.

Fachhandel besonders betroffen

Klarer Gewinner dieser Wachstumsdynamik ist erneut der Online-Handel. Im Vergleich zu 2016 wuchs der Online-Handel um 5,5 Milliarden Euro (11,5 Prozent). Der Online-Handel, bisher vorwiegend bei Kleidung, Büchern oder Elektro-Kleingeräte erfolgreich, wird sich in den nächsten Jahren zunehmend auf weitere Branchen ausweiten.

Dies wird in besonderem Maße den Fachhandel betreffen, der 2017 mit einem Umsatzanteil von 47 Prozent zwar den größten Anteil ausmachte, aber anteilig verlieren wird, so die Studie.

„Grüne Wiese“ und Stadtrandlagen verlieren

Der Umbruch vom kleinbetrieblichen Fachhandel hin zu Filialisten, Fachmärkten sowie Online-Handelskanälen ist demnach in vollem Gange. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in Shopping Centern am Stadtrand oder „Grüne Wiese“-Standorten zu beobachten: In den 1990er und 2000er Jahren noch stärkster Wettbewerber des Fachhandels um die Gunst des Käufers, führt der Strukturwandel im Handel auch dort zu einem spürbaren Rückgang von Besuchern und Umsatz, damit einhergehend zu Ladenschließungen und Leerständen.

Die Konsumenten wandern ab in attraktivere Innenstadtbereiche der Großstädte und Metropolen. Dortige inhabergeführte Läden oder Fachhändler bieten wie Gartencenter neben Individualität, Service und Ambiente, vor allem mehr Erlebnis.

Trend zu neuen Geschäftskonzepten in Innenstadtlagen

Dass ein chancenreicher Wandel im Handel gelingen kann, zeigt sich zunehmend im Trend um neue Geschäftskonzepte in Innenstadtlagen, vorwiegend größerer Städte oder Standorte mit einem ausreichend großen Einzugsbereich. Dort präsentiert sich der stationäre Einzelhandel mit überraschenden Ideen und hochwertigem Design und Multi-Channel-Ansätzen und Spezialisierungen.

So eröffnen dort, wie die Studie weiter ausweist, unter anderem Stores mit sorgfältig kuratierten Sortimenten, innovativen Geschäftsausstattungen und einem Plus an Service. Solche Konzepte können auch Floristik-Fachgeschäfte und Gartencenter umsetzen.

Positive Wechselwirkungen der Off- und Online-Welt nutzen

Innovative Händler haben die positive Wechselwirkung der Off- und Online-Welt erkannt und präsentieren ihre Produkte nun auch im digitalen Schaufenster, um so – neben dem Online-Verkauf – auch die Frequenz im Ladengeschäft zu steigern.

Auch Online-Händler, die Ware bisher nur im Internet anbieten, erkennen bekanntlich ebenfalls die Vorteile des Multi-Channel-Konzepts. So haben beispielweise Amazon oder Zalando die eigene Online-Plattform um stationäre Verkaufsstellen ergänzt. Kreative Mehrkanal-Konzepte gelten auch im Gartenmarkt als zukunftsweisend.

Ideengeber für Events: die Messe Tendence

Vor diesem Hintergrund des Wandels im Handel lieferte die Messe Tendence in Frankfurt Ende Juni bis Anfang Juli Anregungen und Konzepte für den Fachhandel, um ihn im digitalen Zeitalter zu stärken. Ein hervorragender Ideengeber für  Events war beispielsweise das Areal „Impulse“, mit Workshops, Cocktail- und Kochshows. Die Live-Aktion war mit der Online-Plattform namens „Tendence.Impulse“ gekoppelt, die interessante Zusatzinformationen zu den Workshops lieferte.

Darüber hinaus konnten die Messebesucher bis ins Detail durchgeplante Cocktail- oder Kochveranstaltungen für eigene Kundenaktionen von der Plattform direkt herunterladen. Die „Impulse.tools“ versetzten somit registrierte Händler oder Gartenmärkte in die Lage, ein eigenes Geschäftsmodell mit Erlebnischarakter zu entwickeln.

Den ausführlichen Bericht zur Tendence lesen Sie im nächsten TASPO GartenMarkt.