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Wandel in der Trauerkultur: neue Ideen für Floristen

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Über den Wandel in der Trauerkultur sprechen wir schon seit langem. Viele Floristen klagen über ausbleibende oder nur noch kleine Aufträge bei Trauerfeiern. Doch Jammern nützt nichts, eher sollte die Chance ergriffen werden, den Kunden mit neuen Ideen zu überzeugen. Wie stellen sich Floristen dem Thema in ihrer täglichen Praxis?

Individuelle Floristik hilft, Trauer zu verarbeiten

„Eine persönliche, individuelle und auf die Menschen abgestimmte Floristik von uns als Floral-Designern hilft den Angehörigen, die Trauer zu verarbeiten“, zeigt FDF-Kreativdirektor Manfred Hoffmann auf und beobachtet immer wieder, dass sich Kunden gegen die „vermeintlich vorgeschriebenen“ Rituale entscheiden und neue eigene Wege suchen. „Dann sollten Sie als Florist neue Ideen parat haben“, unterstreicht Hoffmann.

Eines seiner Beispiele ist eine florale Baumkette als emotionales Schmuckstück für eine Baumbestattung. Es ist eine moderne Variation eines Trauerarrangements, die den Bestattungsort Baum zu einem individuell floral geschmückten Denkmal für den Verstorbenen macht.

Florale Traumfänger knüpfen an Kranzsymbolik an

Die über 2,5 Meter lange Blütenkette aus unzähligen, auf Draht aufgereihten Polyantha-Rosen, Deko-Chrysanthemen, Pompon-Dahlien, Nelken, Rittersporn, Santini-Chrysanthemen und fliederfarbigem Lisianthus wird über Äste gelegt, von Bäumen abgehängt. Aber auch an anderen Gedenkorten kann sie ihre Wirkung entfalten, erklärt Hoffmann und beobachtet in seiner Praxis, dass Trauerzeremonien in Bestattungsgärten, am Strand, am Lieblingsplatz des Verstorbenen oder sogar in privaten Gärten stattfinden.

Der florale Traumfänger „Catch your dreams and fly!“ erinnert an die traditionelle Kranzsymbolik, bietet jedoch eine komplett neue Ausdrucksform, zeigt der Fachverband Deutscher Floristen (FDF) auf. Das Motiv habe ähnlich dem Kranz einen starken Symbolcharakter, knüpfe dabei jedoch nicht an christliche Traditionen an, sondern lässt Raum für freie Assoziationen.

Kunden und Bestatter für moderne Trauerfloristik sensibilisieren

„Ob Reben-Clematis, Knöterich oder Efeuranken – Sie sollten Ihren Kunden zeigen, welche Materialien sich beispielsweise für Kränze zu den verschiedensten Beerdigungsarten eignen“, sagt Wilbert Hager, Vorsitzender des FDF-Fachausschusses für Umwelt, Friedhof und Floristik. Hager beteiligt sich jedes Jahr an einer Seniorenmesse, bei der er „live“ Werkstücke fertigt. Dabei stellt er immer wieder fest, wie überrascht die Besucher von seiner Präsentation und seinen Materialien sind.

Christine Steinbach, die auch im FDF-Ausschuss mitarbeitet, sieht bei ihren Kunden, dass der Wunsch nach individuellen Werkstücken stetig zunimmt, nicht nur bei Waldbestattungen. Wichtig sei es jedoch, besonders Bestatter, mit denen man zusammenarbeite, für diese modernen Werkstücke zu sensibilisieren.