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Was der GaLaBau vom Fußball lernen kann

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Am Freitag startet die 1. Fußball-Bundesliga in die neue Saison – inklusive 17 Regeln, die darüber entscheiden, wer das Duell gewinnt. Welche Regeln gibt es auf dem Spielfeld des GaLaBaus? Und sind diese ebenso transparent wie die Fußballregeln? Unternehmensberater Alexander Tockuss wagte einen sportlichen Vergleich.

Aus dem Volkssport Fußball lässt sich einiges übernehmen, was beim Aufbau schlagkräftiger Teams hilft und auch GaLaBau-Unternehmen zum Gewinner macht. Foto: Pixabay

Vorbild Profifußball

Ständige Positionswechsel und ein hohes Tempo durch trainiertes Kurzpassspiel zeichnen heutzutage modernen Fußball aus. Platz für Individualisten, die den Ball gerne lange für sich beanspruchen und so ihr „Ego polieren“, gibt es kaum noch. Der neue Fußballstil lebt mehr denn je vom Teamgedanken: Verteidiger unterstützen beim kollektiven Angriff und Stürmer helfen im eigenen Strafraum aus.

Auch von Unternehmen wird immer mehr Flexibilität erwartet. Die Zyklen für neue Produkte, egal ob in der Automobilindustrie, bei Mobilfunkgeräten oder in der Medizintechnik, werden nicht zuletzt durch die fortschreitende Digitalisierung immer kürzer. Die Dynamisierung und auch die Komplexität der Aufgaben steigen stetig – auch im GaLaBau. Dieser Trend wird sich zukünftig noch verstärken.

Wer sich rechtzeitig den neuen Gegebenheiten anpasst, hat einige Wettbewerbsvorteile. Der Bundesligastart ist also ein guter Zeitpunkt, um die eigenen Spielregeln und -strategien im Unternehmen zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen, damit das eigene Team in der obersten Liga mitspielt.

Spielerkauf: ein Neuer im Team

„Gute Fachkräfte sind mittlerweile händeringend gesucht und ein Transfermarkt im GaLaBau vielleicht die Zukunft“, zieht Tockuss den Vergleich. Bislang war die Mitarbeitertreue im Garten- und Landschaftsbau extrem hoch, doch auch hier ist Veränderung spürbar. Wechsel werden häufiger und somit auch das Einarbeiten von neuen Mitarbeitern.

Die 17 Fußballregeln sind klar, doch wie steht es um die Regeln in den Unternehmen, die sich in dieser vielfältigen Branche meist sehr individuell entwickelt haben? Bis ein „Neuer“ die Regeln kennt und integriert ist, vergeht schnell ein halbes Jahr. Doch dieser Prozess lässt sich extrem abkürzen, wenn ein schriftlich fixiertes Regelwerk existiert.

„Allein dieses Beispiel zeigt auf, wie wichtig es ist, das Unternehmensreglement kurz und prägnant niederzuschreiben. Wenn wir die 17 Regeln des Fußballs auf die Betriebe übertragen, decken wir damit fast die gesamte Bandbreite an wichtigen Informationen ab“, so Tockuss.

Der Regelvergleich: Fußball versus GaLaBau

Regel 1 definiert im Fußball das „Spielfeld“. Übertragen auf ein Unternehmen umfasst es die Größe, die Anzahl der Mitarbeiter sowie die Philosophie und das Leistungsspektrum. Der „Spielball“ in Regel 2 sind die Kunden, sie stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Deshalb sollte hier der Umgang mit den Kunden von der Akquise bis zur Kommunikation am Telefon oder auf der Baustelle der Inhalt sein.

Die „Spieler“ in Regel 3 sind die Mitarbeiter des GaLaBau-Unternehmens. Ihre Qualifikation und die angedachten Weiterbildungen, die Arbeitszeiten, die Arbeitskleidung, das Verhalten, aber auch Krankheits- und Urlaubsregeln sind hier festzulegen.

Die „Ausrüstung der Spieler“ in Regel 4 umschreibt perfekt die Grundausstattung der Kolonnen. „Hier werden aber auch gewisse Zuständigkeiten geregelt, beispielsweise das Buchen und Führen von Maschinen, das Bestellen von Materialien sowie der Umgang und die Wartung des gesamten Fuhrparks. In dieser Regel gibt es auch die Antworten, wie mit beschädigten Materialien zu verfahren ist, wie mit Restbeständen umgegangen wird und auch, was wo und wie zu lagern ist“, beschreibt Tockuss.

„Beginn und Fortsetzung des Spiels“ im GaLaBau-Betrieb

Regel 5 widmet sich dem „Schiedsrichterteam“ und ist somit im GaLaBau-Unternehmen mit dem Führungsstil gleichzusetzen. „Die weiteren Spieloffiziellen (Regel 6) würde ich mit den Kompetenzen von Vorarbeitern und Bauleitern gleichsetzen“, so Tockuss. Regel 7 definiert die „Spieldauer“. Der passende Unternehmensinhalt ist hier die Produktivzeit pro Tag, die erbracht werden muss, aber auch der Arbeitsbeginn, existierende Arbeitszeitmodelle und wie viele Überstunden für die Wintermonate nötig sind. Zudem kann hier auch die Handhabung der Rüstzeiten erläutert werden.

„Beginn und Fortsetzung des Spiels“ in Regel 8 regelt im GaLaBau-Betrieb die Aufnahme von Kundenanfragen, die Planung sowie den baustellenbezogenen Einkauf und unter Umständen auch die Akquisetätigkeiten. „Ball im und aus dem Spiel“ in Regel 9 umschreibt die Durchführung der Aufträge, die Baustellenvorbereitung durch die Übergabe der Bauakte, die Baustelleneinrichtung, das Aufmaß, den Umgang mit Mängeln und Beschwerden.

„Ich empfehle zudem, die Zuständigkeiten, Ansprechpartner und Vorgehensweise bei möglichen Problemen wie beispielsweise einem Baustopp oder zu spät gelieferter Materialien zu hinterlegen“, ergänzt Tockuss.

Idealfall: ein Zwei-Gewinner-Modell

„Ein sehr wichtiger Punkt ist die ‚Bestimmung des Spielausgangs‘ in Regel 10. Und hier ist aus meiner Sicht das Unternehmen dem Fußball einen Schritt voraus, weil es im Idealfall ein Zwei-Gewinner-Modell gibt: einen zufriedenen Kunden und eine ertragreiche Baustelle“, erläutert der Berater, der hierunter etwa fünf bis zehn Prozent betriebswirtschaftlichen Ertrag, abhängig vom Kunden- und Leistungsspektrum versteht. „Kunden, die glücklich mit ihrem Garten sind, kann ich zu meinen Fans machen, die Weiterempfehlungen aussprechen.“

Den kompletten Regelvergleich lesen Sie in TASPO 26/2018.