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Wasungen: Neue Hoffnung für insolventen Betrieb

Es sah gut aus zum Start 1994 in Wasungen (Kreis Schmalkalden-Meiningen): Christian Bötz, Gärtner aus dem unweit gelegenen Münnerstadt (Bayern), hatte die Gärtnerei der ehemaligen LPG Pflanzenproduktion übernommen (insgesamt 1,7 Hektar Land mit 6000 Quadratmetern Hochglas und Folie) und ließ 1997/98 in der Rekordzeit von gut 80 Tagen 5600 Quadratmeter Hochglas neu bauen (Gabler-Polyvenlo 2000). Doch später kam es zu einem Insolvenzverfahren. In die Gewächshäuser könnte nun wieder Leben einkehren, und zwar durch die Produktion von Gehölzen im Weichwandcontainer. Ausgangspunkt für das damalige Engagement von Bötz in Wasungen war die Tatsache, dass der 1916 gegründete Stammbetrieb in Münnerstadt aus allen Nähten platzte. So schließe man nicht aus, hieß es zur Einweihung der neuen Häuser, den Standort noch auszubauen. Maßstab dafür werde aber die wirtschaftliche Entwicklung sein, sagte damals Robert Bötz jun., Vater von Christian Bötz. Doch diese Entwicklung lief längst nicht so, wie erhofft. Steigenden Kosten, sinkenden Erlösen und schleppendem Absatz folgte die Zahlungsunfähigkeit und zwang Bötz bereits 2002 dazu, das Insolvenzverfahren vor dem Amtsgericht Meiningen zu beantragen. Es wurde am 1. April 2002 eröffnet und dürfte voraussichtlich mit dem Termin am 10. August 2007 abgeschlossen werden. Denn, wie die TASPO in Erfahrung brachte, interessiert sich die einzige Thüringer Forstbaumschule "Heinrich Cotta" im nahegelegenen Zillbach (siehe TASPO 32/04) für den Erwerb des Gewächshauskomplexes und produziert dort auch schon auf einer Teilfläche unter Folie. Der Schwerpunkt, so Willi Kannapin, Inhaber der Baumschule, liege auf der Anzucht von Pflanzen im Weichwandcontainer (WWC). Der WWC ist eine Erfindung von Peter Sellner, Hohenstein/Württemberg, der den Thüringer Betrieb nach der Wende übernommen hatte.