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Weihenstephan: duales Studienangebot mit vertiefter HD-Praxis

An der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) läuft das Verbundstudium „Gartenbau dual Produktion“ für die Vertiefungsrichtung Produktionsgartenbau mit Erfolg bereits seit dem Sommersemester 2011. Auch für die Richtung Handel und Dienstleistungen (HD) sollte ein entsprechendes duales Angebot eingerichtet werden, im Aufbau analog dazu: kaufmännische Ausbildung plus Gartenbaustudium mit Vertiefung HD. 

Gartenbaustudierende mit Interesse an Handel und Dienstleistungen finden an der HSWT jetzt ein neues Angebot. Foto: HSWT

Es wurden bereits Gespräche mit der Industrie- und Handelskammer geführt, so Professor Dr. Stefan Krusche, Studienfachberater Gartenbau. Es stellte sich aber als schwierig heraus, eine kaufmännische Ausbildung auf die Gartenbaupraxis einzugrenzen und entsprechende Ausbildungsbetriebe zu finden. „Wir haben irgendwann erkannt, dass das ‚Modell dual‘ für HD nicht passt. Stattdessen haben wir uns für ein ‚Studium mit vertiefter Praxis‘ entschieden, nach dem Vorbild des dualen Studienangebots in Bioprozessinformatik an der HSWT, wo dieses Modell bereits gut läuft“, sagt Prof. Krusche.

Der Hauptunterschied zum Verbundstudium: Es gibt neben dem Bachelor keinen zusätzlichen Ausbildungsabschluss. Die „Vertiefer“ studieren ganz normal, arbeiten aber ab dem zweiten Semester während der Ferien sowie im Praxissemester im Partnerunternehmen. Auch die Bachelor-Arbeit wird im jeweiligen Betrieb abgeleistet. Für die geleistete Arbeitszeit schließt der/die Studierende mit dem Arbeitgeber einen Vertrag über entsprechende Entlohnung ab.

Klares Ziel dieses Modells ist eine spätere Beschäftigung in dem jeweiligen Unternehmen. Vorteile gibt es für beide Seiten: Wer den Betrieb schon kennt, braucht später keine Einarbeitungszeit mehr, und das spart dem Arbeitgeber Zeit und Geld. Zudem können die Studierenden mehrere Abteilungen eines Unternehmens durchlaufen, wobei ihre Stärken und Neigungen ausgelotet werden können. „Dieses Studienmodell dürfte vor allem die Studierenden interessieren, die schon etwas Praxiserfahrung haben und genau wissen, was sie wollen“, so Krusche. Das Studium mit vertiefter Praxis soll demnächst beginnen.

Die Suche nach Partnerunternehmen war erfolgreich, sieben Firmen hätten bereits Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. In Frage kämen nur Unternehmen, die einen entsprechenden Fachkräftebedarf sowie die nötigen finanziellen Mittel haben, um geeignete Stellen anbieten zu können. Kooperationsverträge seien zwar noch nicht geschlossen worden, doch könne man davon ausgehen, dass mindestens drei Betriebe zum Wintersemester 2012/13 Plätze anbieten werden.

Geplant sei ferner, Anfang des Sommersemesters 2013 diese Unternehmen in die HSWT einzuladen, um sich dort vorzustellen. Danach könnten sich die Studierenden entscheiden und für einen Platz bewerben. Eine Abstimmung zwischen Hochschule und Unternehmen hinsichtlich der spezifischen Inhalte dieses Studienmodells sei angedacht. Noch sei es für solche Fragen aber zu früh. „Bisher hat das Ganze eher noch Modellcharakter. Wir wollen lieber erstmal klein anfangen und beobachten, wie es läuft.“ Grundsätzlich sei das Modell aber auch auf große Produktionsbetriebe übertragbar. (al)