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Weihnachtsbäume: gute Ernte erwartet

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Die Weihnachtsbaum-Produzenten im Sauerland erwarten in diesem Jahr eine gute Ernte. Und auch die Preise für Nordmanntannen und Co. sollen zu Weihnachten 2018 stabil bleiben.

Wichtige Pflegearbeiten für einen guten Weihnachtsbaum finden im Sommer statt. Foto: Gabriele Friedrich

Werbung beginnt im Sommer

Weil bereits im Sommer die Werbung für den Weihnachtsbaum beginnt, hatte die Fachgruppe der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger Nordrhein-Westfalen (NRW) unlängst ins Sauerland zu einem Pressegespräch eingeladen. In der Baumschule Hamm in Eslohe konnten sich die Medien vor Ort ein Bild von den sommerlichen Arbeiten rund um den Weihnachtsbaum machen.

Gerade das Sauerland, in dem sieben bis acht Millionen Bäume gehandelt und um die 200 Millionen Euro umgesetzt werden, ist mit rund 600 Betrieben und tausend Arbeitskräften Hauptanbaugebiet für Weihnachtsbaum-Kulturen. Angebaut wird in Südwestfalen auf rund 18.000 Hektar, wodurch es zu einem der größten Anbaugebiete in Europa geworden ist, wie Eberhard Hennecke, Vorsitzender der Fachgruppe der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen, erläuterte.

Regionale Bäume im Trend

„Das Wetter scheint in diesem Jahr mitzuspielen, wir erwarten eine gute Ernte.“ Und die Preise, so die Vermutung des Experten, werden zu Weihnachten 2018 stabil bleiben. Der laufende Meter Nordmanntanne dürfte dann wieder zwischen 18 und 23 Euro kosten. „Bereits im letzten Jahr hat sich die Nachfrage nach Weihnachtsbäumen aus der Region verstärkt, wir gehen in diesem Jahr davon aus, dass dieser Trend noch wichtiger wird“, so Hennecke.

Wie viel Pflege nötig ist und welche sommerlichen Arbeiten anfallen, erläuterten die Gastgeber Ludger und Oliver Hamm der Baumschule Hamm am Baum in den Quartieren. Dazu gehören Düngung, Formschnitt, Terminalverkürzung, Freistellen und Etikettieren – je nach Witterung bleibt manchmal nur ein schmales Zeitfenster für alle Arbeiten, so ihre Erklärung.

80 Arbeitsstunden pro Hektar im Jahr

„Bei einem zwei Meter hohen Baum können Sie davon ausgehen, dass er acht bis zwölf Jahre bei uns in Kultur war. In jedem Jahr rechnen wir mit rund 80 Arbeitsstunden pro Hektar für die Pflege und Ernte der Weihnachtsbäume“, unterstrich Hennecke den großen Aufwand gegenüber den Medienleuten.

Der Handel verlange nach gleichmäßigen, uniformen Partien, schmal und kompakt. Für Privatleute zähle der Event-Verkauf, für sie ist der Weihnachtsbaum ein emotionales Produkt.

60 bis 70 Prozent gehen über die Ketten

Zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume werden hierzulande verkauft, zwei Drittel davon kommen aus Deutschland. 60 bis 70 Prozent der Bäume gehen über die Ketten: Gartencenter, Baumärkte, Lebensmitteleinzelhandel und Discounter. Ab-Hof-Verkauf macht etwa zehn bis 15 Prozent aus.

Der Online-Handel per Internet ist sehr gering, beträgt rund ein Prozent. Das liegt am problematischen Paketversand. Denn über 1,75 Meter Größe wird der Weihnachtsbaum schwierig und zum Sperrgut im Versand.

Anzahl verkaufter Weihnachtsbäume (noch) konstant

Der Durchschnittsbaum in Deutschland bleibt zwischen 1,80 und 1,90 Meter Größe, Tendenz fallend wegen zurückgehender Traditionen. Noch ist die Anzahl der verkauften Weihnachtsbäume in Deutschland konstant.

Nur wenige Betriebe produzieren im Sauerland Schmuckreisig. Und die Produktion ist aufwendig und weiter rückläufig. Denn ebenfalls rückläufig sind die Trauerfloristik im Herbst und die Winterabdeckungen mit Koniferengrün auf den Gräbern.

Dieser Beitrag ist Bestandteil unseres aktuellen Fachjournals TASPO WeihnachtsBaum, das am 27. Juli in der TASPO 30/2018 erschienen ist.