Weihnachtsbaumsaison 2017 eröffnet

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SOS-Kinderdorf-Botschafter Michael Hirte (3. v. r.) nahm einen Spendenscheck über 20.000 Euro in Empfang, die in dieser Saison schon zusammengekommen sind (v. r.): Axel Haasis, Bernd Oelkers, Staatsminister Winfried Bausback, Weihnachtsbaumkönigin Vanessa Frank und Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab. Foto: Heike Hoppe

„Früher war mehr Lametta!“: Das unvergessliche Statement, das Loriot seinem Opa Hoppenstedt in den Mund legte, wurde auf der feierlichen Eröffnung der Weihnachtsbaumsaison 2017 gleich von mehreren Festrednern zitiert.

Unter anderen vom Vorsitzenden des Bundesverbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger (BVWE), Bernd Oelkers. Er nutzte das Zitat, um eine Lanze für die deutschen Weihnachtsbäume zu brechen: „Früher wurde mit Lametta ein schlechter Wuchs kaschiert. Heute sind die deutschen Bäume makellos. Je schöner der Baum, desto weniger Schmuck braucht er.“ Und schon war er mitten im Thema und bei seiner Markteinschätzung.

Regional ist das neue Bio – auch beim Weihnachtsbaum

Deutschland, so Oelkers, sei weltweit das Naturweihnachtsbaumland Nummer Eins. „Wir gehen davon aus, dass in diesem Jahr etwa 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft werden.“ Das inländische Angebot sei marktbestimmend, Importeure auf dem Rückzug. Denn der Weihnachtsbaum als regionales Produkt mit hohem ökologischen Nutzen und wenig Ansprüchen an Düngung und Pflanzenschutz sei voll im Verbrauchertrend, so Oelkers, „regional ist das neue Bio.“

Ein starker Trend, nicht nur bei Lebensmitteln. Für über die Hälfte aller Haushalte sei es wichtig, dass der Baum aus heimischem Anbau stamme – die regionale Herkunft sei ein Zeichen für Frische, Qualität und nachhaltigen Anbau.

Wetter 2017 perfekt für Weihnachtsbäume

2017 war das perfekte Weihnachtsbaumwetter. Angebot und Nachfrage seien ausgeglichen, die Preise auf Vorjahresniveau stabil. Nordmanntanne: 18 bis 23 Euro pro laufenden Meter, Blaufichte zehn bis 16 Euro und Rotfichte sechs bis zehn Euro.

Und was verheißt die Zukunft? Oelkers gab einen Überblick über die wichtigsten Verbrauchertrends:

  • zum kleineren, aber makellosen Baum
  • zum Zweitbaum für Terrasse oder Kinderzimmer
  • zum Komplettpaket inklusive Aufbau, Schmücken und Entsorgung

Auch der Online-Verkauf von Weihnachtsbäumen nehme zu, sei aber mit insgesamt 1,5 Prozent noch nicht hoch.

Unter dem Motto „Weihnachtsbäume helfen Kindern“ hatte der BVWE 2013 seine bundesweit angelegte Spendenaktion zugunsten von SOS-Kinderdorf gestartet. Gut 60.000 Euro sind seitdem gespendet worden.

Ein Euro pro verkauftem Weihnachtsbaum für SOS-Kinderdorf

Wie in den Vorjahren machen spezielle Anhänger an den Weihnachtsbäumen auf die Aktion aufmerksam. Vom Verkaufspreis jedes mit dem Anhänger versehenen Baums geht ein Euro an SOS-Kinderdorf. Neu ist in diesem Jahr, dass der BVWE alle teilnehmenden Produzenten auf seiner Internetseite veröffentlicht. Teilnehmen kann jeder Weihnachtsbaumproduzent, -händler oder -weiterverkäufer. Etiketten und Plakate gibt es in der Geschäftsstelle des BVWE.

Der BVWE eröffnet jedes Jahr in einem anderen Bundesland die Weihnachtsbaumsaison – dieses Jahr bekam das Christbaumdorf Mittelsinn den Zuschlag. Die mit 849 Einwohnern kleinste selbstständige Gemeinde im Landkreis Main-Spessart ist gleichzeitig größter Christbaumproduzent: 30 Christbaum-Erzeuger liefern 150.000 Bäume im Jahr. Zur Förderung der Region gründete sich 2016 in Mittelsinn die Christbaumdorf-Initiative, ein Verein mit heute über 100 Mitgliedern.

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