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Handel: Grenze des Wachstums erreicht?

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Wächst der internationale Handel der Schwellenländer bis 2030 stark an oder bleibt er auf annähernd gleichem Umsatzniveau? Eine aktuelle Studie zeigt vier mögliche Szenarien auf, wie sich der Wirtschaftszweig in den kommenden vier Jahren entwickeln könnte.

Vor allem der Handel mit Schnittblumen und Pflanzen macht die Schwellenländer attraktiv für die grüne Branche. Foto:

Studie: Emerging Markets Retailing in 2030

Der Report geht auf das A.T. Kearney Global Consumer Institute zurück, das die Zukunft des Handels unter geopolitischen, wirtschaftlichen, technologischen und sozialen Faktoren untersucht hat. Die Analyse trägt den Titel „Emerging Market Retailing in 2030: Future Scenarios and the $5.5 Trillion Swing“. Schwellenländer sind für die grüne Branche vor allem im Hinblick auf die Produktion von Schnittblumen und Pflanzen wichtig.

Handel der Schwellenländer: Wachstum auf insgesamt 17,8 Billionen Dollar?

Das Szenario „Seamless Dreams“ beispielsweise geht von einer „rosigen“ Zukunft für die Branche aus und stellt in Aussicht, dass der weltweite Handelsumsatz jährlich um vier Prozent auf insgesamt 17,8 Billionen Dollar ansteigen wird. Dazu wären laut Expertenmeinung allerdings eine grenzüberschreitende Integration, rasche technologische Anpassung nötig.

Die anderen drei Möglichkeiten bescheinigen dem Handel lediglich beschränktes Wachstum. Dabei geht die pessimistischste Vorausschau von einem Umsatzwachstum von aktuell 9,2 Billionen Dollar auf 12 Billionen Dollar aus.

Kein Blankoscheck für ungebremstes Wachstum im Handel

„Es gibt keinen Blankoscheck über weiterhin ungebremstes Wachstum“, so Dr. Mirko Warschun, Leiter des Beratungsbereichs Konsumgüterindustrie und Handel in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika bei A.T. Kearney. „Ganz im Gegenteil. Der Bericht macht deutlich, dass mehr als 5 Billionen Dollar auf dem Spiel stehen. Die Offenheit der Märkte und das Ausmaß der technologischen Anpassung werden maßgeblich darüber entscheiden, ob die Emerging Markets eine Erfolgsstory bleiben oder ob die Dynamik ihren Zenit bereits überschritten hat.“

Schlüsselfaktoren wie das TTIP-Abkommen und eine anhaltende Wachstumsschwäche des chinesischen Marktes haben die Experten in ihrer Studie berücksichtigt. Schließlich spielen diese Faktoren eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts der Schwellenländer.

Drei weitere Faktoren hat das Institut für die Entwicklung des internationalen Handels der Schwellenländer ausgemacht:

  • Wachsende geopolitische Instabilität wie etwa den Konflikt im Mittleren Osten und die daraus resultierende Flüchtlingskrise, die westlichen Sanktionen gegenüber Russland sowie die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China im südchinesischen Meer
  • Anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit: die sinkende Nachfrage aus China infolge der dortigen Wachstumskrise, der dramatische Verfall des Ölpreises oder die politischen Unruhen und Rezessionsgefahr in Brasilien können dramatische Folgen für die Entwicklung der Weltwirtschaft haben
  • Technologische Adaption: der Siegeszug des E-Commerce hat die Handelslandschaft in den Schwellenländern stark verändert. Viele Händler haben die Vorteile der neuen Technologien genutzt, um bei geringem Kapitaleinsatz und Risiko neue Märkte zu erschließen oder in ländliche Gegenden vorzudringen.

Die komplette Studie können Sie auf der Webseite des Instituts anfordern