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Wer zahlt nach Großbrand bei Rutishauser?

Am 6. September sind rund 80 Prozent der 50.000 Quadratmeter großen Gebäudefläche und mit ihnen eine Million Topfpflanzen im Gärtnereibetrieb von Rutishauser im Schweizer Züberwangen Opfer der Flammen geworden. Den Brand verursacht hatten mutmaßlich zwei Jugendliche, die in der Nähe mit Feuer gespielt hatten.

In einer ersten Schätzung rechnet die Familien AG mit einem Schaden in Höhe eines zweistelligen Millionen-Betrages. Rutishauser ist einer der größten Topfpflanzen-Gärtnereibetriebe der Schweiz. Der Wiederaufbau soll so schnell wie möglich erfolgen.

Wer kommt für Schaden, Folgekosten und Neubau auf? Schadeninspektoren der Versicherer werden, so berichtet die Thurgauer Zeitung, so schnell wie möglich einbezogen. Die Inspektoren inspizieren den Brandplatz zusammen mit Spezialisten von Firmen für Brandschadensanierungen. Sie beurteilen, was allenfalls repariert oder gereinigt werden kann und was fachgerecht entsorgt werden muss.

Anhand der Inventarliste des Betriebes und der Inspektion wird der Schaden ermittelt. Bezahlt wird der Schaden an Gebäuden, so heißt es weiter, von der Gebäudeversicherung (GVA) des Kantons St. Gallen. Den Schaden an Geschäftsinventar zahle die Unternehmenssachversicherung, die vergleichbar ist mit der privaten Hausratversicherung. Mit dem Geld der Versicherer könne die Firma Inventar ersetzen und den Wiederaufbau finanzieren.

Während in der Schweiz die Gebäudeversicherung gegen Feuer- und Elementarschäden obligatorisch ist, ist die Unternehmenssachversicherung freiwillig. Fast alle Firmen hätten jedoch eine solche Versicherung, ebenso eine Betriebsunterbrechungsversicherung, die den Ertragsausfall ersetzt in jener Zeit, in der nach einem Schaden nicht oder nur eingeschränkt gearbeitet werden kann. Sie ist in der Regel auf 24 Monate beschränkt.

Ob die Privathaftpflicht der Eltern der verursachenden Jugendlichen in Anspruch genommen wird, müsse noch geklärt werden. Die geschädigte Firma erhalte den Schadenersatz in jedem Fall von ihrem Sachversicherer und der GVA, die den Neuwert versichern, während die Privathaftpflicht hingegen lediglich für den Zeitwert aufkommt. (Sabine Tegtmeier-Szobries)