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Westersteder Betrieb setzt auf ungewöhnliche Torfersatzstoffe

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Die Verwendung ressourcenschonender und umweltverträglicher Materialien wird im Produktions- und Handelsbetrieb Theilen Pflanzen aus Westerstede großgeschrieben: Im Substrat des Unternehmens sind daher nur noch 20 Prozent Torf enthalten, eine Reduzierung um 80 Prozent, meldet das Unternehmen.

Theilen verzichtet bewusst auf Kokosfasern

Theilen setzt auf regionale, zertifizierte Torfersatzstoffe und verzichtet auf klimaschädliche oder CO2-fördernde Stoffe wie beispielsweise Kokosfaser (Cocopeat). Kokosfasern befinden sich derzeit in vielen alternativen Substrat-Mischungen, doch das Unternehmen hat sich wegen des langen Transportwegs und der Verwendung von Trinkwasser zur Reinigung und Aufbereitung des Materials bewusst gegen Kokosfasern entschieden.

Durch die Verwendung von Rinderdung reduziert Theilen die Mengen an ummanteltem künstlichem Dünger. Zudem wird dadurch der Transportweg eingespart, da der Dünger direkt aus der Region bezogen wird und nicht erst angeliefert werden muss. Theilen Pflanzen verwendet nach eigenen Angaben kompostierten und separierten Rinderdung und erzielt damit eine gute Struktur zum Verarbeiten des Substrates mit Topfmaschinen und letztendlich auch im Kulturtopf. Der Nitratstickstoff wird im Pflanzcontainer vollständig von der Pflanze aufgenommen und gelangt damit nicht ins Grundwasser. Hierzu werden ständig Proben genommen und von der LUFA Oldenburg in Absprache mit der fachlichen Beratung beim Baumschulberatungsring Weser-Ems dokumentiert.

Holzfaser und gehäckseltes Stroh als weitere Substrat-Bestandteile

Ebenfalls im Substrat von Theilen Pflanzen enthalten ist gehäckseltes Stroh beziehungsweise Strohmehl. Dieses stammt aus der Region und verbessert nicht nur die Struktur des Substrats, sondern schafft auch einen idealen Ausgleich des Kohlenstoff-Nitratstickstoff-Verhältnisses im Pflanzcontainer, wie das Unternehmen ausführt. Ein weiterer Bestandteil ist Holzfaser. Diese stammt den Angaben zufolge ebenfalls aus der Region und ist ein nachwachsender Rohstoff. Die Faser soll einen idealen Luft-Wasser-Ausgleich im Container bewirken und gleichzeitig überschüssiges Wasser drainieren. Somit ist die Pflanze gesund und widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Schädlingen, wie Theilen erklärt. Das Substrat unterstütze die mikrobielle Belebung, während der organische Dünger Pflanzen und Mikroorganismen mit Nährstoffen versorgt. Dies fördere die Wurzelentwicklung und erhöhe die Pflanzenvitalität.

Für den Einsatzbereich der Substrat-Rezepturen eignen sich besonders gut Stauden und Gehölze. Ziel ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, deren Rückstände dann auch weniger in den Pflanzen zu finden sind. „Hier konnten in den vergangenen Jahren diverse Erfolge in der Weiterentwicklung erzielt werden“, erklärt Inhaber Sven Theilen. „So gewinnen regionale Rohstoffe wie Holzfaser oder Kompost in den Rezepturen immer mehr an Bedeutung.“

Substrat mit Gebrauchsmusterschutz und eigenem Logo

Theilen hat sich das Substrat mit Gebrauchsmusterschutz beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen. Um den Endverbraucher auf die Pflanzen hinzuweisen, wurde ein eigenes Logo entwickelt. Alle Pflanzen, die mit dem Substrat ausgestattet wurden, werden mit Logo auf dem Etikett deklariert. Dies fördere den Abverkauf am Point of Sale, erklärt der Westersteder Betrieb.

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