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WGV-Präsident Weimann fordert Lösungen zur Absicherung von Wetterrisiken

Im Zuge des Klimawandels prognostizieren Meteorologen immer extremere Wetterlagen. In diesem Zusammenhang wies Hartmut Weimann, Präsident des Württembergischen Gärtnereiverbandes (WGV), anlässlich der Besichtigung des Gartenbaubetriebes Feil (Kraichtal-Unteröwisheim) jetzt darauf hin, dass Lösungen gefunden werden müssen, um die Wetterrisiken für die Betriebe abzusichern. 

Im Gartenbaubetrieb Feil informierten sich die Teilnehmer der Betriebsbesichtigung unter anderem über regionale Vermarktung. Foto: WGV

„Eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage zur Abmilderung von Unwetterfolgen ist längst überfällig“, so Weimann. „Ebenfalls ist an eine entsprechende Entschädigungsregelung bei Versicherungen zu denken, die sich am Wiederbeschaffungswert orientiert. Eine weitere Stütze seitens des Landes und der Europäischen Union wäre eine finanzielle Förderung von Versicherungsbeiträgen in Abhängigkeit des jeweiligen Prämiensatzes“, ergänzte Weimann beim Besuch im Gartenbaubetrieb Feil am 23. August.

Dass die Gärtnerbranche angesichts zunehmender Wetterkapriolen eine erhöhte Risikobereitschaft auf sich nehmen müsse, unterstrich auch Gerhard Hugenschmidt, Präsident des Verbandes Badischer Gartenbaubetriebe. Hugenschmidt wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass der Gartenbau eine Branche ist, die zumeist im Familienbetrieb geführt wird. Im Hinblick auf den Demografiewandel machte er allerdings auf die Nachwuchsproblematik aufmerksam. „Es geht darum, den gärtnerischen Familienbetrieb zu stärken und zukunftsfähig zu machen“, so Hugenschmidt.

Bei der Besichtigung des Gartenbaubetriebes Feil informierten sich die Teilnehmer, darunter der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Alexander Bonde, auch über die regionale Vermarktung der Gärtnerei. Feil produziert auf 3,8 Hektar seit über 60 Jahren Beet- und Balkonpflanzen, Schnittblumen sowie Gemüse. Als Vertriebsweg nutzt die Gärtnerei den Wochen- und Großmarkt, die Direktvermarktung ab Gärtnerei sowie das Blumenfachgeschäft.

Minister Bonde sieht den Gartenbaubetrieb Feil als typisches Beispiel für eine erfolgreiche Direktvermarktung: „Viele Endverbraucher möchten zu den gärtnerischen Produkten, die sie kaufen, ein Gesicht haben und sich über die regionale Herkunft Vergewisserung verschaffen.“ Rund 50 Prozent der gärtnerischen Produktion erreicht deshalb laut WGV den Verbraucher über den zweiten Absatzweg, den Direktvertrieb. (ts/wgv)