Alle News

Wieder heißt es Land unter: Elbe macht den sächsischen Gärtnern zu schaffen

Wenn der Elbepegel unter acht Meter bleibt, hieß es am 3. April im Gartenbaubetrieb Pätzold in Dresden-Gohlis, dann kommen wir davon und stehen nicht, wie vor vier Jahren, komplett unter Wasser. Die Situation im März/April 2006 erinnert zwar an das "Jahrtausendhochwasser" 2002, aber es sieht nicht ganz so dramatisch aus, wie damals.

In Gohlis, hier sind gut ein Dutzend Gärtnereien ansässig, wurde die Lage in den ersten Apriltagen dramatisch. Der niedriger gelegene Teil des Ortes lief voll, aber Gottseidank ganz langsam. Einige Betriebe wurden komplett evakuiert, bei den meisten anderen ging es darum, die Ware vor den Fluten zu retten.

Es gab eine große Solidarität unter den Gärtnern, sagten gegenüber der TASPO Dr. Heike Sartor, Abteilungsleiterin im Staatlichen Amt für Landwirtschaft Großenhain, und Eberhard Haag, Geschäftsführer des Landesverbandes Gartenbau Sachsen. Ein Anruf genügte und die Kollegen aus den nicht betroffenen Gebieten waren mit LKWs und vielen Helfern zur Stelle. Die Elektronik, die bewegliche Technik bis zu Heizanlagen, wurden gesichert, oder in Sicherheit gebracht. Auch Mitarbeiter vom Amt verzichteten auf ihr freies Wochenende und packten mit an.

Die erheblichen Mengen an getopften Pflanzen aus den vom Hochwasser heimgesuchten Betrieben konnten in Häusern der insolventen Dresdner Zierpflanzen e.G. in Nieschütz, im Gewächshauskomplex Kaditz, aber auch bei der Landgard (UGA/NBV) untergestellt werden. Die Landgard, sagte Sartor, stellte dankenswerterweise auch Container bereit und war mit Mitarbeitern bis spät abends zur Stelle.

Geflutete Folienhäuser prägen auch den Betrieb von Gunter Bernhardt am Elbhang in Meißen. Was wir 2002 erlebten, sagt der Gärtner, das hatte es seit 50 Jahren nicht gegeben und nun sei das Wasser schon wieder da und stehe bis zu einem Meter hoch in den Häusern. Die getopfte Ware konnte man noch retten und die schon gepflanzten Nelken wieder auf Paletten verfrachten, aber nun dauere es ja mindestens drei Wochen, bevor die Häuser wieder bepflanzt werden könnten. Der finanzielle Verlust lasse sich noch gar nicht ausrechnen.....

Zur Zeit rollt die Flutwelle der Elbe durch Sachsen-Anhalt. Aber auch ohne dieses Wasser gibt es schon harsche Probleme, sagt Brigitte Hochtanz, Geschäftsführerin des Landesverbandes Gartenbau Sachsen-Anhalt. Betroffen sind in erster Linie die Anbauer von Feldgemüse, die auf Grund der extrem hohen Bodenfeuchtigkeit kaum auf die Felder können. Die Möhrenaussaat sei fünf Wochen in Verzug, es seien auch noch keine Zwiebeln gesät. Erhebliche Probleme gebe es wegen der extrem hohen Bodenfeuchtigkeit auch in den Baumschulen.