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Wintertagung BdB Sachsen: Schwieriges Jahr für Sachsens Baumschulen

Auf 2010 blicken die sächsischen Baumschulbetriebe nicht mit Freude zurück, sagte Wolfgang Müller, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen auf der Wintertagung des Bundes deutscher Baumschulen in Grimma. Charakterisiert war das Jahr von: einem späten Frühjahr mit kurzer Versandzeit, Verlusten bei wurzelnackten Gehölzen, extremen Witterungsbedingungen im Sommer und Winter sowie hohem Aufwand für die Unkrautbekämpfung.

Der Herbstversand, sagte Müller, war für die meisten Betriebe gut bis mäßig. Das Ergebnis für 2010 hielt sich in Grenzen. Erheblich angestiegen seien die Kosten für Pflanzenschutzmittel, Düngemittel und Kraftstoff.

Zum Marktgeschehen sagte Müller: Das Kaufverhalten habe sich deutlich auf die Frühjahrsmonate beziehungsweise den Frühsommer verschoben. Pflanzen und Bäume im Container nähmen einen immer größeren Stellenwert beim Verbraucher ein. Diesem Trend müssen man folgen. Der Kunde bevorzuge blühende Gehölze oder Pflanzen mit Früchten.

Der Vorsitzende appellierte an die Baumschuler, die Qualität ihrer Produkte weiter zu verbessern, um das Preisniveau anheben zu können.

 

Reisermuttergarten geschlossen

Als Katastrophe bezeichnete Müller die Schließung des Reisermuttergartens in Magdeburg-Tundersleben direkt während der Veredlungssaison aufgrund des Auftretens der Apfeltriebsucht und des Birnenverfalls. Ab dem 1. Dezember 2010 wurde zusätzlich zum Kern- auch das Steinobst gesperrt.

Es gebe inzwischen intensive Gespräche zwischen Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg, sagte Müller. Das Ziel sei, in der Nähe der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Technik in Ditfurt (Sachsen-Anhalt) einen neuen Reisermuttergarten aufzubauen und 2015/16 erste Reiser auszuliefern.

Positiv bewertete Müller, dass die Herkunftsgebiete von autochthonen Gehölzen von neun auf sechs reduziert wurden und die Liste der Gehölzarten von 56 auf 29.


Kritik an Laga-Verfahrensweise

Müller kritisierte, dass kein einziger sächsischer Betrieb in die Lieferung des Pflanzgutes für den Baumschulbereich auf der Landesgartenschau 2012 in Löbau eingebunden sei. Die Gärtner sind empört über diese Verfahrensweise, so der Vorsitzende.

Es müsse bei folgenden Landesgartenschauen unter allen Umständen gelingen, über kleinere Lose sächsische Betriebe mit einzubinden. Das Motto müsse heißen „Unsere sächsische Landesgartenschau“ und nicht „Sächsische Landesgartenschau ohne sächsische Gärtner“.