Wirtschaft zeigt Interesse an ZMP

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Noch vorige Woche stand im Raum, dass ZMP und CMA diese Woche Insolvenz anmelden müssten. Sowohl für die ZMP (Zentrale Markt-und Preisberichtsstelle, Bonn) als auch die CMA (Centrale Marketinggesellschaft für die Agrarwirtschaft) ist dieses aber abgewendet. Das Bundeslandwirtschaftssministerium (BMELV) hat grünes Licht für eine geordnete Liquidation gegeben. Das bedeutet im Gegensatz zur Insolvenz eine längere Frist für die geordnete Aufgabe der Institutionen sowie Sozialpläne für die Mitarbeiter. Eine überraschende, schnelle Lösung kündigt sich außerdem für eine privatwirtschaftliche Fortführung der Arbeit der ZMP an. Bereits in dieser oder nächster Woche könnte es zur Gründung einer neuen Gesellschaft kommen. "Wir haben ein privatrechtliches Modell für die ZMP", erklärte der Sprecher des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Dr. Michael Lohse am Dienstag dieser Woche gegenüber der TASPO. Die privatrechtliche Gesellschaft wird Aufgaben, die die ZMP bisher hatte, als Geschäftsmodell entwickeln, wobei auch neue Bereiche erschlossen werden sollen. "Es wird ein Unternehmen sein, das sich am Markt behaupten und durchsetzen muss." Im Klartext heißt das: Wer Marktdaten aus dem Agrarbereich erhalten will, muss sie künftig erwerben. Die neue Gesellschaft soll auf einer möglichst breiten Basis, das heißt viele Beteiligter stehen, um eine weiterhin seriöse, neutrale Markterhebung zu gewährleisten. Noch nicht ganz so klar zeichnet sich das Bild für die Zukunft der Arbeit der CMA ab. Derzeit laufen aber auch hier Gespräche und Diskussionen auf Hochtouren, welche Aufgabenstellungen und Projekte die freie Wirtschaft in eigener Regie fortführen will. Es sind viele Interessensgruppen, die sich ein Bild davon machen müssen, ob sie sich in eine neue privatwirtschaftlich organisierte Basis der CMA-Aufgaben einbringen wollen oder nicht. Beim Bundesverband für Ernährungswirtschaft (BVE) steht die Exportförderung im Fokus der Verhandlungen. Finden sich nicht genügend Interessenten, bedeutet das zum Beispiel auch das Aus für die CMA-Auslandsbüros. Der Zentralverband Gartenbau beriet diese Woche ebenfalls über das weitere Vorgehen, wie es mit beidem - der Aufgabenstellung und Projekten im Bereich der Marktberichterstattung und der Absatzförderung - weitergehen soll. "Gleichzeitig ist zu prüfen, wo und in welcher Form der Staat sich an diesen Aufgaben beteiligen muss", so der ZVG. Eine Aussage dazu war im Bundeslandwirtschaftsministerium in dieser Woche noch nicht zu erhalten. "Wichtig war zunächst die Prüfung, ob eine ordnungsgemäße Abwicklung von CMA und ZMP durchgeführt werden kann. Zu der Frage, wie und ob eine Absatzförderung weitergeführt werden kann, muss sich nun die Wirtschaft äußern", so die Pressestelle. Fest steht, die Zeit für die CMA und ZMP läuft aus. Die Insolvenz hätte ein schnelles Ende bedeutet. Die geordnete Liquidation, für die das BMELV jetzt grünes Licht gab, lässt etwas mehr Zeit, neue Lösungen zu finden. Die Schließung von CMA und ZMP wird für Ende des Jahres erwartet. Viele Projekte sind bereits eingestellt. Gemäß dem höchstrichterlichen Urteilsspruch (siehe TASPO 7 und 8/09) muss die Finanzierung des Agrar- und Ernährungsmarketings unabhängig von den bisherigen Zwangsabgaben (Absatzfonds) erfolgen. Der DBV geht nicht davon aus, dass es zu freiwilligen Abgaben der Landwirte kommen könnte.

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