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Wissenschaftlicher Aderlass im Gartenbau

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Studiengänge im Gartenbau sind immer rarer gesät. Nun stellt der Zentralverband Gartenbau (ZVG) die Zukunft der grünen Wissenschaften an deutschen Universitäten in Frage, sollte der wissenschaftliche Aderlass weiter anhalten.

Wissenschaftliche Erkenntnisse sind die Triebfeder für Innovationen im Gartenbau. Dennoch werden Lehrstühle abgebaut. Foto: kasto Fotolia

Negativentwicklung für Gartenbauinstitut Hannover

Auch in Hannover sei eine Negativentwicklung in den Gartenbauinstituten festzustellen. Schließlich würden Professorenstellen nicht neu besetzt und auch bei der Umbenennung der Lehranstalt soll der Zusatz „Gartenbau“ nicht mehr im Titel enthalten sein. „Eine positive Perspektive für ein Universitätsinstitut sieht für mich anders aus“, resümiert Generalsekretär Fleischer.

Gemeinsam mit dem Präsidenten des Zentralverbands, Jürgen Mertz, hatte Fleischer das Institut für gartenbauliche Produktionssysteme an der Leibniz-Universität in Hannover besucht, um sich dort über die wissenschaftliche Arbeit zu informieren.

Forschungsprojekte sind wichtig für Unternehmen im Gartenbau

„Dabei haben wir hervorragende Forschungsprojekte gesehen, die auch wichtig für die Arbeit unserer Betriebe sind. Die mangelnde Anerkennung der Universitätsleitung gegenüber dem Gartenbau entspricht meines Erachtens nicht der hervorragenden Leistung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Institutes“, so Fleischer weiter. Auch die Schließung des Leibniz-Instituts für Gemüsebau- und Zierpflanzenforschung Großbeeren und Erfurt (IGZ) kritisiert der ZVG nochmals in diesem Zusammenhang.

Schließung IGZ Erfurt: Zukunft der Gartenbauforschung sichern

„Hier wurde aus Gründen, die im Kern nichts mit der wissenschaftlichen Leistung des IGZ zu tun haben, ein für den Gartenbau wichtiges Forschungsinstitut beschädigt. Wir müssen die Zukunft der Gartenbauwissenschaft und -forschung in Deutschland sichern. Dazu ist zunächst wichtig, dass Universitäten und Hochschulen die Leistungen der Gartenbauwissenschaft mit ihrem hohen gesamtgesellschaftlichen Wert wieder schätzen. Gleichzeitig müssen sich die Wissenschaftsstandorte länderübergreifend noch stärker vernetzen“, erklärt Mertz.

„Für die Betriebe des Gartenbaus ist die Überführung der wissenschaftlichen Leistungen in betriebliche Innovationen eine Frage des Überlebens im immer schärfer werdenden Wettbewerb. Dafür brauchen wir auch in Zukunft eine hervorragend aufgestellte Gartenbauwissenschaft“, fordert Mertz außerdem.